Sturmtief JOACHIM

niedrigster Kerndruck im europäischen Raum

  • 976 hPa
  • 08.04.2011, 06 UTC, Nordmeer - vor Norwegen


Einflusszeitraum in Mitteleuropa

  • 08.04.2011 bis 09.04.2011


Auswahl Spitzenwindböen über 75 km/h (Bergland, Inseln oder Küste)

  • 120 km/h - Hiddensee-Dornbusch
  • 111 km/h - Hochwald, Usedom (Stadt)
  • 109 km/h - Greifswalder Oie (MM)
  • 107 km/h - Fichtelberg, Stralsund
  • 106 km/h - Göhren/Rügen


Auswahl Spitzenwindböen über 75 km/h (Flachland)

  •   98 km/h - Rattey (Schloss)
  •   96 km/h - Berlin-Tempelhof, Trollenhagen
  •   93 km/h - Fleesensee, Groß Lüsewitz, Kyritz, Angermünde
  •   91 km/h - Penkun/Vorpommern, Potsdam, Uelzen, Berlin-Wannsee
  •   89 km/h - Demmin, Oderwitz


Sandsturm führt zu Massenkarambolage auf A19 bei Rostock

Laut Medienberichten sind am Freitagmittag, den 08.04.2011 mehr als 40 Fahrzeuge bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern kollidiert. Zehn Menschen kamen ums Leben, fast hundert wurden verletzt. Auslöser des Unfalls war eine vom Sturm aufgewirbelte Sandwolke. Durch wochenlang trockene Witterungsbedingungen waren Äcker und Felder ausgetrocknet und die Saat noch nicht aufgegangen. Der Sturm konnte daher Staub und Sand auf weite Strecken mit sich führen und diesen Sandsturm auslösen. Die Sichtweite lag laut Augenzeugenberichten teilweise unter zehn Metern. Die Karambolage hatte sich am Freitagmittag bei Kavelstorf unweit von Rostock ereignet. Die Fahrbahnen glichen an der Unfallstelle einem Trümmerfeld. Es wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Die Bergungsarbeiten dauerten noch den Folgetag an.


Autobahnmeisterei und Meteorologen sprechen von einer „unglücklichen Verkettung von Zufällen“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung. Experten klären, ob Autofahrer trotz der Sandwand zu schnell oder zu unvorsichtig gefahren sind.


Laut NDR haben Sandstürme schon mehrfach den Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern behindert, allerdings noch nie mit so katastrophalen Folgen wie am 08.04.2011. Am 06.04.2003 berichtete die Polizei gleich von mehreren Sandverwehungen auf diversen Straßen des Bundelandes. Auch in Teilen Brandenburgs kam es damals zu dem Phänomen. Am 11.04.1997 trugen schwere Sturmböen um 90 km/h ganze Äcker ab. Eine Landstraße zwischen Greifswald und Lubmin war wegen bis zu 50 Zentimetern aufgetürmter Erdberge für Stunden unpassierbar, berichtete seinerzeit die Polizei. In den Sandböen betrug die Sichtweite teilweise nur zwei Meter.


Orkanartige Böen auch im Osten Dänemarks

Sturmtief JOACHIM brachte auch in Dänemark schweren Sturm. In Kopenhagen/Kastrup betrug die Spitzenbö 117 km/h, in Hals und Tirstrup 109 km/h, in Randers-Hald sowie in Kirsti immerhin noch 100 km/h.

 

 

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