Warnlagebericht vom 31.10.2014 um 08:38 Uhr

Bis auf Weiteres ruhiges und für die Jahreszeit sehr mildes bis warmes Wetter ohne Unwettergefahren


*** Bericht zu (Ex-)Hurrikan GONZALO ***

Hintergründe zu möglichen Novemberrekorden am Samstag unter Sonderinformation

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Freitag und am Samstag liegt Deutschland zwischen der Hochdruckzone QUINN mit Schwerpunkt über dem östlichen und südöstlichen Europa und dem atlantischen Tiefdrucksystem PIA südlich von Island. Mit südwestlicher Höhenströmung wird für die Jahreszeit sehr milde Luft zu uns geführt. Diese kann sich meist bei guter Durchmischung der Luftschichten tagsüber erwärmen und im Westen sind am Samstag örtlich Spitzenwerte um 22 Grad möglich. Damit liegen die Höchstwerte hier im Bereich der bisherigen Novemberrekorde. In Teilen Süddeutschlands und der Landesmitte ist die Strömung insgesamt schwächer und Nebel oder Hochnebelfelder könnten sich gebietsweise sehr zäh über den Tag halten. Hier ist es dementsprechend deutlich kühler. In Norddeutschland wirkt sich anfangs die Warmfront des Islandtiefs mit dichten Wolken aus.

Am Sonntag nähert sich die Kaltfront des Islandtiefs dem Westen und Nordwesten unseres Landes. Damit schwächt sich hier die Zufuhr sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs ab. In weiten Landesteilen bestimmt dagegen noch das osteuropäische Hoch das Wetter.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Freitag halten sich im Norden und Osten meist dichte Wolken und anfangs fällt örtlich etwas Regen oder Nieselregen. Im Westen, Südwesten und Süden beginnt der Tag gebietsweise mit Nebel und Hochnebel, der sich in einigen Niederungen und Flusstälern wiederum sehr zäh halten kann. Abseits der Nebelgebiete scheint bei nur lockeren Wolken verbreitet die Sonne. Nach Norden und Nordosten hin überwiegen auch am Nachmittag die Wolken und die Sonne setzt sich nur gelegentlich mal durch. Es bleibt aber trocken. Bei längerem Sonnenschein sind in der Westhälfte sehr milde 17 bis 20 Grad zu erwarten. Sonst werden 13 bis 16 Grad erreicht. Im Dauergrau bleibt es deutlich kühler mit nur 8 bis 12 Grad.

In der Nacht zum Samstag bleibt der Himmel im äußersten Norden und Osten meist dicht bewölkt. Ansonsten ist der Himmel teilweise klar, gebietsweise breiten sich aber Nebel- und Hochnebelfelder aus. Es bleibt insgesamt recht mild, nur bei längerem Aufklaren ist im Süden örtlich geringer Bodenfrost möglich.

Am Samstag halten sich in der Mitte und im Süden erneut Nebel- und Hochnebelfelder in Tälern und Niederungen teilweise hartnäckig bis in den Nachmittag. Besonders kann dies in Südostbayern, in Oberschwaben, am Bodensee, am Oberrhein sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Südhessen der Fall sein. Ansonsten stellt sich verbreitet sonniges, trockenes und außergewöhnlich warmes Herbstwetter ein. Lediglich über den Osten ziehen anfangs noch ein paar kompaktere Wolkenfelder hinweg. Es ist sehr mild bis warm mit 15 bis 20 Grad, im Westen gebietsweise 20 bis örtlich 23 Grad. Hier sind örtlich neue Rekorde für den Monat November möglich. Bei anhaltendem Nebel bleibt es mit 8 bis 12 Grad deutlich frischer. Der Wind weht schwach, in der Mitte und im Norden auch mäßig aus südlichen Richtungen.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Derzeit sind keine Warnungen aktiv.

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AUSBLICK

Am Sonntag erreicht die Kaltfront des Ostatlantiktiefs den Nordwesten Deutschlands in stark abgeschwächter Form. Von Schleswig-Holstein bis nach NRW können die Wolken zeitweise etwas dichter sein. Regen oder Nieselregen fällt aber nur selten. Erst zum Abend könnte es am Niederrhein etwas häufiger regnen. Ansonsten ändert sich wenig an dem ruhigen und abseits von Nebel oder Hochnebel sehr milden Wetter. Rekordwerte wie am Samstag werden aber nicht mehr ganz erreicht. In der Nordwesthälfte nimmt der Wind spürbar zu mit frischen Böen aus Südwest. Auf dem Brocken sowie auf den Nordfriesischen Inseln und Helgoland sind starke bis stürmische Böen möglich.

Am Montag fällt im Nordwesten und Westen zeitweise etwas Regen oder Nieselregen. Im übrigen Land setzt sich nach teils zögernder Auflösung von Nebel oder Hochnebel gebietsweise die Sonne durch und es bleibt trocken. Es bleibt weiterhin sehr mild mit 14 bis 19 Grad, bei länger anhaltendem Nebel nur 10 bis 13 Grad. Der Wind weht im Süden nur schwach, sonst mäßig, im Norden auch frisch aus Südwest. Im Oberharz und auf den Nordseeinseln sind stürmische Böen möglich.

Am Dienstag ändert sich nur wenig mit Regen in der Nordwesthälfte und trockenem Herbstwetter in der Südosthälfte. Die Sonne kann sich gebietsweise aber nicht gegen Nebel und Hochnebel durchsetzen. Je nach Sonnenschein werden 10 bis 17 Grad erreicht.


SONDERINFORMATION

Ungewöhnlich mildes/warmes Wetter am Wochenende

Zwischen einem Tief auf dem Atlantik und einem Hoch über dem östlichen Europa gelangt zum Wochenende mit südwestlicher Strömung sehr milde bis warme Luft nach Deutschland. So sind am Samstag außerhalb von Nebelgebieten Höchstwerte um 20 Grad zu erwarten, im Westen gebietsweise um 22 Grad. Dies ist für die Jahreszeit ungewöhnlich, jedoch kommen ähnlich hohe Werte über die Jahre hinweg immer mal wieder vor. Dennoch könnten am Wochenende stellenweise Rekorde für den gesamten Monat November geknackt werden. Unten aufgeführt finden Sie ein paar Novemberrekorde und die zu erwartende Höchsttemperatur für das kommende Wochenende:

- Hamburg-Flughafen (Messreihe seit 1891): 20,2 Grad (2.11.1968) -> ca. 18 Grad
- Potsdam (Messreihe seit 1893): 21,5 Grad (5.11.1899) -> ca. 18 Grad
- Düsseldorf-Flughafen (Messreihe seit 1969): 19,8 Grad (4.11.2011) -> ca. 20 Grad
- Köln-Bonn-Flughafen (Messreihe seit 1957): 20,2 Grad (1.11.1968) -> ca. 20 Grad
- Stuttgart-Flughafen (Messreihe seit 1900): 21,6 Grad (7.11.1955) -> ca. 18 Grad
- Augsburg (Messreihe seit 1947): 22,1 Grad (1.11.1968) -> je nach Nebel 12-16 Grad

Es ist gerade mal drei Jahre her, dass Anfang November in der Nordwesthälfte des Landes Temperaturen von über 20 Grad erreicht wurden. So gab es am 4.11.2011 Höchstwerte von 21,7 Grad in Neukirchen-Vluyn, 21,6 Grad in Krefeld, 21,5 Grad in Bochum-Harpen und 21,4 Grad in Düren. An diesem Tag wurden auch einige Novemberrekorde langjähriger Messreihen gebrochen, so z.B. auf dem Brocken und auf Norderney.

Vor einem Jahr: Orkan in Norddeutschland

Am Dienstag jährte sich das Orkanereignis in Nordwestdeutschland. Das Orkantief Christian brachte teils schwere Orkanböen, die große Schäden anrichteten. Zu unserer ausführlichen Analyse zu Orkantief Christian. Eine Zusammenstellung aller für Deutschland relevanten Sturm- bzw. Orkantiefs seit 2006 listen wir unserer Rubrik Unwetterereignisse auf.

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Thomas Sävert

Dieser Lagebericht wurde am 31.10.2014 um 08:38 Uhr ausgegeben.

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