Warnlagebericht vom 18.12.2014 um 10:30 Uhr

- Heute auf den höchsten Mittelgebirgsgipfeln Sturmböen, zum Abend auch im Nordwesten

- Freitag mit Durchgang einer Kaltfront Sturmböen bis ins Tiefland möglich
- Dazu gebietsweise kräftiger Regen und sehr mild

- Am Wochenende weiter zeit- und gebietsweise stürmisch, aber etwas kälter


AKTUELLE WETTERLAGE


Am Donnerstag überquert in kräftiger westlicher Höhenströmung ein Frontensystem eines schwachen Randtiefs Deutschland von West nach Ost. Es gehört zum Sturmtief ENGEL bei Island. Das zugehörige ausgedehnte Regengebiet zieht daher rasch vom Ostatlantik nach Deutschland und weiter nach Osteuropa. Mit der Warmfront des Tiefs gelangt ein Schwall sehr milder subtropischer Warmluft nach Deutschland. Weitere Randtiefs folgen schnell vom Atlantik nach und bringen weiterhin Regenwolken und sehr milde Luft mit. Wegen der markanten Luftdruckgegensätze bleibt es vor allem im Bergland und in der Nordhälfte windig bis stürmisch.

Am Freitag verlagert sich der Schwerpunkt des Tiefdrucksystems ENGEL nach Skandinavien. Eine zugehörige Kaltfront überquert im Tagesverlauf von Nordwesten her unser Land, sie erreicht in der Nacht zum Samstag die Alpen. Dahinter weht wieder etwas kältere Meeresluft zu uns. Auf dem langen Weg über das Wasser des Nordatlantiks und der Nordsee erwärmt sich die Luft aber bodennah und es bleibt hier recht mild. Zum Samstag gelangt höhenkalte und labile Luft zu uns, in der die Schauertätigkeit deutlich auflebt. Im Bergland ist damit etwas Neuschnee verbunden.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Der heutige Donnerstag fällt im ganzen Land mehr oder weniger regnerisch aus. Größere Regenmengen erwarten wir aber nicht. Lediglich im Stau des Schwarzwaldes und an der Westflanke des Harzes regnet es zeitweise auch intensiver. Trockene Phasen sind am ehesten vom östlichen Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg möglich, sowie an einigen windabgewandten Seiten der Mittelgebirge. Der Südwestwind weht verbreitet mäßig bis frisch, im Bergland auch stark. Speziell an der Nordsee sowie in höheren Lagen sind Sturmböen zu erwarten, im Oberharz auch orkanartige Böen. Ansonsten ist im Tiefland in Böen starker bis stürmischer südwestlicher Wind zu erwarten. Nachmittags und abends können auch im Nordwesten örtlich Sturmböen nicht ausgeschlossen werden. Es wird ausgesprochen mild bei verbreitet 9 bis 13, im Westen und Südwesten örtlich auch 14, eventuell 15 Grad. Die Schneefallgrenze liegt folglich mit 1800 bis 2200 Metern sehr hoch. Selbst in den hohen Mittelgebirgslagen wird es 6 bis 10 Grad mild. Die Nullgradgrenze steigt auf etwa 2300 Meter an.

In der Nacht zum Freitag bleibt es verbreitet windig mit frischen bis starken Böen selbst im Tiefland. Bevorzugt in höheren Lagen der Mittelgebirge sowie an der Nordsee und im Westen ist mit Sturmböen zu rechnen, im Oberharz auch mit Orkanböen. Mit Annäherung der eingangs erwähnten Kaltfront verstärkt sich zum Morgen hin von Ostfriesland her der Regen. Ansonsten fällt in weiten Teilen Deutschlands Regen in zumeist nur schwacher bis mäßiger Intensität. An den Westflanken der Mittelgebirge fällt auch etwas ergiebigerer Regen. Im Süden Deutschlands bleibt es über weite Strecken eher trocken. Es ist überall sehr mild und somit auch frostfrei. Dabei werden in der Nordhälfte Tiefstwerte zwischen 13 und 9 Grad erreicht, lediglich in Schleswig-Holstein gehen hinter der Kaltfront die Werte im Verlauf der frühen Morgenstunden auf 9 bis 7 Grad zurück. Auch in der Südhälfte ist es mit 9 bis 5 Grad nicht ganz so mild wie im Westen und Norden.

Am Freitag regnet es verbreitet und mit der oben genannten Kaltfront teils kräftig, dies besonders im Westen und im Nordwesten. An der Kaltfront sind vereinzelte Gewitter mit Graupel nicht auszuschließen. Im Süden ist es noch sehr mild mit Aufheiterungen. Hinter der Front wird es im äußersten Norden spürbar frischer und am Nachmittag und Abend sind einzelne Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer möglich. Es bleibt noch windig mit schweren Sturmböen im Bergland, Orkanböen im Oberharz und stürmischen Böen bis hin zu Sturmböen im Tiefland.


ÜBERSICHT WARNLAGE

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AUSBLICK

Am Samstag erreicht die Kaltfront mit ergiebigen Niederschlägen die Alpen, dabei sinkt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf bis in die Täler ab. Ansonsten herrscht vor allem im Westen und Nordwesten windiges Schauerwetter, teils mit Schneeregen und Graupel bis in die Niederungen, oberhalb von 500 Metern fällt Schnee. Vereinzelte Gewitter können mit teils starkem Graupel verbunden sein. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 4 und 8 Grad, bei Durchzug eines Schauers kann es aber vorübergehend auch kälter sein. Es ist sehr windig und auch im Tiefland sind, bevorzugt in Schauernähe, Sturmböen aus West möglich. Im Bergland ist mit teils schweren Sturmböen zu rechnen, über 1000 Meter auch mit orkanartigen Böen, auf dem Brocken im Harz treten Orkanböen auf. In den Hochlagen sind einige Zentimeter Neuschnee möglich, wobei in freien Lagen Schneeverwehungen vorkommen können.

Am Sonntag gibt es weitere Regen- und Graupelschauer, oberhalb von 500 Metern auch Schneeschauer. Bei anfangs starken bis stürmischen Böen ist es im Tiefland eher nasskalt mit 3 bis 7 Grad, im Bergland sind weitere Sturmböen und Schneeverwehungen denkbar. Im Tagesverlauf setzt von Westen her Wetterberuhigung ein. Nachmittags ziehen im Norden und Nordwesten bereits neue dichte Wolken des nächsten atlantischen Tiefs auf und verbreitet fällt leichter Regen.

Trend bis Heiligabend: Zunächst mild und stürmisch, später etwas kälter

Am Montag gebietsweise regnerisch und sehr mild. Im Südwesten und Süden meist trocken. Weiterhin windig mit der Gefahr von schweren Sturmböen im Norden und Osten sowie im Bergland. Am Dienstag im Norden regnerisch und sehr windig, im Süden aufheiternd und weiter mild. Zum Heiligabend (Mittwoch) in der Nordosthälfte starker Westwind und Sturmböen in den Bergen. Örtlich etwas Regen, eventuell in Lagen über 500 Meter wieder Schneeschauer. Weitere Wetterinformationen in unserem Wetterportal auf wetter24.de


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Thomas Sävert

Dieser Lagebericht wurde am 18.12.2014 um 10:30 Uhr ausgegeben.

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