- Im Norden und Osten einzelne Sturmböen
- Im Nordweststau von Harz und Erzgebirge kräftige Schneefälle
AKTUELLE WETTERLAGE
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Fronten- und Isobarenkarte für Sonntag, den 14.03.2010 - 13 Uhr MEZ
Auch am Sonntag liegt Deutschland zwischen einem umfangreichen Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik und einem ausgedehnten Tiefdruckkomplex über Nordosteuropa. In der daraus resultierenden nordwestlichen Strömung ziehen wiederholt Tiefausläufer schwerpunktmäßig über die Nord- und Nordosthälfte Deutschlands hinweg und sorgen für wechselhaftes Wetter. Hier bleibt es tendenziell nasskalt. Im übrigen Land wird zwar recht milde, aber nicht wirklich frühlingshaft anmutende, zumal sehr feuchte Atlantikluft herangeführt. Von Norden her zieht im Laufe der zweiten Tageshälfte eine Kaltfront südostwärts über die Nordhälfte unseres Landes hinweg. Hinter ihr fließt wieder kalte Polarluft zu uns. Im Südwesten überwiegt zwar der schwache Einfluss des Atlantikhochs, doch macht er sich hier vordergründig durch hohe Luftdruckwerte zwischen 1020 und 1026 hPa auf dem heimischen Barometer bemerkbar. Da die zu uns strömende Luft sehr feucht ist, verbleiben auch die unter Hochdruckeinfluss stehenden Regionen unter dichten Wolken. Zwischen den angesprochenen Druckgebilden gleichen sich über der Nordosthälfte unseres Landes nennenswerte Luftdruckgegensätze durch ein Starkwindfeld aus.
VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND
Am Sonntagmorgen ziehen verbreitet einzelne Schauer von Nordwest in Richtung Südosten. Die Schneefallgrenze liegt dabei zwischen 300 und 400 Metern. Vor allem im Nordweststau des Erzgebirges und des Harz' kann es auch länger anhaltend bis in tiefe Lagen schneien. Auch in den ostbayerischen Mittelgebirgen fällt länger anhaltend Schnee. Weitgehend trocken ist es vom Niederrhein über Rheinland-Pfalz und das Saarland bis zum Bodensee. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen und ist dabei meist mäßig, im Norden und Osten teils auch frisch unterwegs. An den Küsten und in einigen Mittelgebirgen sind Sturmböen möglich.
Am Sonntag dauert das unbeständige und nasse Wetter an. Wir erwarten in weiten Landesteilen zeitweise leichte bis mäßige Niederschläge. Dabei fällt meist Regen, im Westen und Nordwesten ist dieser teils schauerartig verstärkt. Die Schneefallgrenze liegt meist bei 300 bis 500 Meter. Im Nordosten, etwa von der Pommerschen Bucht bis zum Oderbruch und nordöstlich davon kann es teilweise bis in tiefe Lagen herab schneien. Zum Abend verstärken sich die Niederschläge im Süden des Landes und insbesondere an den Alpen setzt länger anhaltender Schneefall ein. Der Wind weht mäßig bis frisch, gebietsweise in Böen auch stark bis stürmisch aus westlicher, in der Nordhälfte aus nordwestlicher Richtung. Im Bergland sind einzelne Sturmböen möglich. Im äußersten Südwesten und Süden ist der Wind lediglich schwach.
ÜBERSICHT WARNLAGE
Starkschneefall: Die Akutwarnungen sind bis zum Sonntagabend gültig, die Vorwarnungen in den Alpen gelten bis Montagabend.
Sturm/Orkan: Die Vor- und Akutwarnungen gelten teilweise bis in die Nacht zum Montag.
Glätte: Bitte beachten Sie die gesonderten Glättehinweise in den einzelnen Bundesländern.
AUSBLICK
Am Montag fällt südlich der Donau weiterer Schnee, im Stau der Alpen schneit es mitunter noch kräftig. In den Nordosten und Osten des Landes ist hinter einer Kaltfront wieder kalte Polarluft eingeflossen. Somit können hier einzelne Schnee- und Graupelschauer durchziehen. Ansonsten ist es zunächst größtenteils trocken. Zum Nachmittag kommt von Nordwesten her neuer Regen auf. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 500 Meter. Es weht mäßiger bis frischer, in Böen starker bis stürmischer Wind um West. In höheren Lagen sind Sturmböen möglich. Im Südwesten ist es nur schwach windig.
Am Dienstag ist aus heutiger Sicht mit weiterhin nasskalter Witterung zu rechnen. Besonders anfangs sind noch Schneeregen-, Schnee- und Graupelschauer möglich, in Süddeutschland schneit es zunächst noch. Zum Nachmittag ziehen sich die Schneefälle an den Alpenrand zurück. Der West- bis Nordwestwind weht anfangs in Böen noch frisch, nimmt im Tagesverlauf aber ab.
Am Mittwoch kommt mit einem Hochdruckgebiet über dem zentralen Mittelmeerraum trockenere und vor allem auch mildere Luft von Südwesten her nach Deutschland. Im Nordosten fällt noch etwas Regen oder Sprühregen, sonst ist es meist trocken und gebietsweise aufgeheitert. Vor allem in Baden-Württemberg ist es überwiegend nur leicht bewölkt. Entlang des Rheins sind Höchstwerte um 13 Grad möglich, an der Ostsee bleibt es mit rund 5 Grad noch deutlich kälter. Der Wind weht schwach, in der Nordhälfte mäßig aus West bis Südwest.
SONDERINFORMATION
Nachbetrachtung zu Orkantief XYNTHIA
Am letzten Tag des meteorologischen Winters, dem 28.02.2010, wurde vor allem die Westhälfte Deutschlands von einem schweren Sturm erfasst. Mit Spitzenwindböen im Flachland von bis zu 134 km/h hat Orkantief XYNTHIA den meteorologischen Winter stürmisch verabschiedet. In der nachfolgenden Verifikation können Sie nachlesen, wie sich das Orkantief entwickelt hat, welche Spitzenwindgeschwindigkeiten gemessen wurden, in welchen Regionen sich der Sturm am stärksten ausgewirkt hat und wie XYNTHIA mit anderen schweren Orkanen der letzten Jahre zu vergleichen ist.
Winterrückblick 2009/2010
Es war ein Winter, an den sich viele Menschen, besonders in Nord- und Ostdeutschland sowie in einigen Mittelgebirgen, sicherlich noch lange erinnern werden. Nachdem der vorangegangene Winter 2008/2009 nach dem 30jährigen Mittel schon etwas "zu kalt" ausfiel, sollte dieser Winter noch deutlich kälter und vor allem schneereicher ausfallen. Die Meteorologen der Unwetterzentrale ziehen Bilanz.
Lars Dahlstrom
Dieser Lagebericht wurde am 14.03.2010 um 05:49 Uhr ausgegeben.