Warnlagebericht vom 26.07.2014 um 12:19 Uhr

*** Jetzt auch per App AlertsPro - Die Warnungen der UWZ ***


Heute vor allem Mittelgebirge örtlich Gewitter mit Unwettergefahr durch Starkregen, Alpen teils gewittrige Regenfälle

Sonntag von Bayern bis in den Osten lokal schwere Gewitter mit Unwettergefahr


AKTUELLE WETTERLAGE


Am Samstag ändert sich an den großräumigen Strukturen der Großwetterlage nur wenig. So erstreckt sich eine lange Tiefdruckzone von den Britischen Inseln über Mitteleuropa hinweg bis nach Südosteuropa. In ihrem Bereich ist feuchte und somit labile, aber überwiegend sehr warme Luft wetterbestimmend. Das Hochdruckgebiet BERTRAM beschert weiten Teilen Skandinaviens erneut einen freundlichen Sommertag. Bei einem genaueren Blick auf Deutschland lässt sich feststellen, dass ein kleines Höhentief sich im Tagesverlauf von Luxemburg südwärts in Richtung Nordostfrankreich verlagert. Am Boden findet sich eine Tiefdruckrinne, die diagonal von Südost nach Nordwest über Deutschland verläuft. In feuchter und labiler sowie sehr warmer Luft bilden sich mit der tagesgangbedingten Erwärmung einzelne Regenschauer und teils kräftige Gewitter, die zunächst meist über den Bergen entstehen, im weiteren Verlauf aber auch teilweise abseits davon. Da die Luftdruckgegensätze und somit der Wind bis in große Höhen sehr schwach ist, können sich entstandene Gewitterzellen nur langsam verlagern oder stationär bleiben. Punktuelle Unwettergefahr durch große Niederschlagsmengen ist die Folge. Im Osten Deutschlands wird die Schauer- und Gewitterbildung mangels Antrieb und etwas trockenerer Luft noch weitgehend unterdrückt.

Am Sonntag zieht sich Hochdruckgebiet BERTRAM ostwärts Richtung Russland zurück und es macht sich in weiten Teilen Europas Tiefdruckeinfluss breit. Der Schwerpunkt der Tiefdruckzone reicht von den Britischen Inseln über Mitteleuropa hinweg bis zur Adria. Im Bereich schwacher Luftdruckgegensätze sind hier mehrere Bodentiefs eingelagert. Vom Nordatlantik strömt hinter einer Kaltfront kühlere Meeresluft zu den Britischen Inseln, sonst ist verbreitet eine sehr warme, nach Osten hin heiße, meist aber feuchte und somit auch labile Luftmasse wetterbestimmend. Diese neigt dann vor allem in den Nachmittagsstunden zu teils kräftiger Konvektion, sprich Schauern und Gewittern. Der genaue Blick auf Deutschland zeigt in der Osthälfte sehr warme bis heiße Luft, die zunehmend hochlabil wird. Nach Westen ist ist die Luftmasse feuchtwarm, aber weist durch leicht stabilisierenden westlichen bis nordwestlichen Wind insgesamt etwas weniger Labilität auf. Dabei bildet sich im Osten ein kleines Bodentief, das eine Konvergenzzone entstehen lässt. Damit sind in der Osthälfte Deutschlands alle "Zutaten" für unwetterartige Gewitter gegeben.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Samstagnachmittag setzen an den Alpen teils gewittrige und ergiebige Regenfälle ein, dies besonders im Allgäu. Sonst bilden sich verstreut über das Land einzelne Starkregenschauer oder Gewitter, besonders über den Bergen. Da sich diese kaum verlagern, ist stellenweise heftiger Starkregen möglich. Von Brandenburg und Berlin bis Sachsen sowie in Nord- und Ostbayern gibt es zunächst kaum Schauer und es ist meist sonnig. Später sind besonders im Osten ebenfalls lokal kräftige Gewitter möglich. Im Osten werden 27 bis 31, sonst schwüle 25 bis 28 Grad erreicht. Von möglichen Sturmböen in Gewitternähe abgesehen weht verbreitet schwacher Wind.

In der Nacht zum Sonntag kommt es an den Alpen zu teils kräftigen und örtlich gewittrigen Regenfällen. Sonst werden die Schauer und Gewitter zwar seltener, aber vor allem vom östlichen Niedersachsen über den Mittelgebirgsraum bis nach Bayern und Baden-Württemberg kann es weiterhin zu Schauern und Gewittern kommen. Meist trocken ist es im Westen. Der Wind weht überwiegend schwach.

Am Sonntag muss von der Schweizer Grenze über den Bodensee bis zu den Alpen und ins Alpenvorland schon morgens und vormittags mit Regen, Schauern und vereinzelt Gewittern gerechnet werden. Hier ist es stark bewölkt und auch im Westen sind einige Wolkenfelder unterwegs, stellenweise gibt es bereits Schauer. Freundlich beginnt der Tag im Osten und Norden. Nachmittags bilden sich fast landesweit einige Regenschauer und Gewitter. Vor allem von Bayern über Thüringen sowie später fortschreitend bis in den Osten besteht dabei Unwettergefahr durch blitzintensive Gewitter mit Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen. In Richtung Oder und Uckermark könnte es trocken bleiben. Im Osten und Nordosten werden sommerliche 26 bis 30, sonst je nach Sonnenschein schwüle 23 bis 26 Grad erreicht. Im Regen in Südbayern ist es deutlich kühler. Der Wind dreht mehr aus Nordwest bis West, weht schwach, im Süden zeitweise frisch mit starken Böen.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Warnungen für Starkregen und Vorwarnungen für Starkregenschauer/Gewitter sowie Hinweise zur Hitzebelastung aktiv. Akutwarnungen vor Starkregenschauern und Gewittern erfolgen bei Bedarf zeitnah.

Europa: Besteht auch in anderen Ländern Europas Unwettergefahr? Besuchen Sie unsere Unwetterzentralen für Unwetterzentrale Europa.


AUSBLICK

Am Montag trennt eine Tiefdruckzone über Deutschland sehr warme Luft in der Osthälfte von etwas kühlerer Meeresluft, die in den Südwesten und äußersten Westen drängt. Dabei kommt es im Südwesten und Westen vielfach zu kräftigen Regenschauern, Gewittern und teils schauerartigen Regenfällen. Weiter östlich bilden sich nach freundlichem Beginn ebenfalls teils kräftige Regenschauer und lokal heftige Gewitter. Besonders durch Starkregen und Hagel kann örtlich Unwettergefahr bestehen! Meist trocken ist es in Küstennähe und in Schleswig-Holstein. Hier scheint noch am längsten die Sonne. Abseits von örtlichen Sturmböen in Gewitternähe weht meist schwacher Wind. Im Osten liegen die Höchstwerte bei 27 bis 31 Grad, in Bayern bei bis zu 27 Grad. Sonst werden je nach Sonnenschein sehr schwüle 21 bis 26 Grad erreicht.

Für den Dienstag erwarten wir eine Luftmassengrenze über Deutschland. Sie trennt sehr warme bis heiße Luft im Nordosten, von kühlerer Meeresluft im äußersten Südwesten. So stellt sich voraussichtlich eine Temperaturspanne von bis zu 32 Grad im Nordosten bis teils nur 17 oder 18 Grad ganz im Südwesten ein. In einem breiten Streifen von den östlichen Landesteilen über die Mitte bis in den Westen muss mit teils kräftigen und gewittrigen Regenfällen gerechnet werden. Durch Starkregen besteht lokal die Gefahr von Überschwemmungen an kleineren Bächen und Flüssen. Besonders im Osten können sich einige unwetterartige Gewitter mit heftigem Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen entwickeln. Die gebietsweise ergiebigen Regenfälle können bis in die Nacht zum Mittwoch aktiv sein. An den Alpen regnet es ebenfalls teils kräftig, sonst zeichnet sich dazwischen in Bayern und Baden-Württemberg eine Zone mit ruhigerem Wetter ab. Eine nur geringe Gewittergefahr und voraussichtlich sogar sonniges Wetter ist an Nord- und Ostsee, in Schleswig-Holstein sowie im nördlichen und nordwestlichen Niedersachsen zu erwarten. Abseits von Gewitterböen weht im Süden schwacher Wind um West, sonst meist mäßiger und in Böen frischer Wind aus nördlichen Richtungen.

Am Mittwoch regnet es anfangs im Bereich der Luftmassen noch teils ergiebig. Diese dürfte sich etwa von Baden-Württemberg über Hessen und Thüringen bis in den Nordosten erstrecken. Vorderseitig wären nach meist sonnigem Beginn nachmittags von Sachsen über Brandenburg/Berlin bis nach Vorpommern kräftige Gewitter denkbar. Hier werden sommerliche 24 bis 28 Grad erreicht, im Regen an der Luftmassengrenze kaum 20 Grad. Weiter im Westen und Nordwesten gibt es neben einigen sonnigen Abschnitten einzelne Regenschauer bei 21 bis 24 Grad.


SONDERINFORMATION

In eigener Sache:
Die Warnungen der Unwetterzentrale über unsere App AlertsPro

Fabian Ruhnau

Dieser Lagebericht wurde am 26.07.2014 um 12:19 Uhr ausgegeben.

ANZEIGE