Warnlagebericht vom 28.07.2014 um 08:39 Uhr

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Heute in vielen Landesteilen kräftige Gewitter, lokal unwetterartig


AKTUELLE WETTERLAGE


Am Montag verbleibt Deutschland unter Tiefdruckeinfluss im Bereich äußerst schwacher Luftdruckgegensätze. Dabei ist feuchtwarme und fast verbreitet weiterhin sehr labile Luft wetterbestimmend, was die Grundlage für kräftige Gewitter darstellt. Nur in den äußersten Norden und Nordwesten sickert etwas stabilere Luft ein. Kräftige Gewitter entstehen bei uns zum einen an Konvergenzzonen, wo der schwache Wind gegenläufig ist, zum anderen aus den Mittelgebirgen und Alpen heraus. Wegen der schwachen Höhenströmung werden heftiger Starkregen und teils länger andauernde Gewitter die primäre Gefahr darstellen. Zusätzlich rückt auch bei uns das Frontensystem von Tiefdruckgebiet QUINTIA über Belgien in den Fokus. Es markiert die Grenze zu etwas kühlerer und stabilerer Luft auf seiner Westseite und sorgt an seiner Vorderseite im Westen und Südwesten Deutschlands zusätzlich für Hebung. Das Frontensystem kommt jedoch kaum weiter nach Osten voran, ist also quasi stationär. Zudem wird die feuchte Warmluft auf der Nordseite eines kleinen Tiefs über Süddeutschland sogar noch etwas weiter nach Westen Richtung Benelux geführt.

Am Dienstag ändert sich an unserer Großwetterlage nur wenig. Der meisten Gebiete unseres Landes verbleiben in feuchter und somit schwülwarmer und labiler Luft. Dabei rückt das Frontensystem, welches am Montag noch über Frankreich, Belgien und den Niederlanden lag, weiter nach Westen zu uns vor und ein kleines Tief zieht von Bayern nach Tschechien. Es schiebt auf seiner Nordseite Warmluft aus dem Osten westwärts und führt auf seiner Südwestflanke etwas stabilere und kühlere Luft ostwärts von Frankreich her in den äußersten Südwesten unseres Landes. Damit entsteht quer über Deutschland von West nach Ost eine Luftmassengrenze, so dass es in ihrem Bereich sowie generell in der feuchtwarmen und labilen Luft zu teils kräftiger Konvektion, also Gewittern kommt. Die Luftdruckgegensätze nehmen im Vergleich zu den letzten Tagen etwas zu, besonders im Nordwesten.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Montag ist es nach Hochnebel- und Nebelfeldern zunächst gebietsweise heiter bis wechselnd bewölkt und trocken. Erste Schauer und Gewitter sind vor allem im Osten sowie in der Nähe zu Benelux möglich und auch in Bayern können Schauer aktiv sein. Im Tagesverlauf bilden sich im Osten, Südosten sowie im Süden bevorzugt über dem Bergland neue, teils längere Zeit stationäre Schauer und Gewitter. Lokal besteht Überschwemmungsgefahr durch heftigen Starkregen. Auch in Norddeutschland bilden sich einige Schauer und Gewitter, aus derzeitiger Sicht vornehmlich im Süden Schleswig-Holsteins. Im Westen und im Südwesten wird es verbreiteter zu heftigen Gewittern mit Starkregen kommen. Weitgehend trocken mit Sonnenschein ist es im Nordwesten und im Norden. Im Norden und im Osten wird es mit 26 bis 28 Grad wieder warm, im Osten Brandenburgs bis zur Neiße können auch wieder bis zu 32 Grad erreicht werden, wobei es weiter recht schwül ist. Nicht ganz so warm ist es bei Seewind an der Nordsee mit 22 bis 24 Grad. Auch im Westen und Südwesten sowie generell in Schauern und Gewittergebieten ist es mit 20 bis 24 Grad warm, aber auch sehr schwül. In Schauern und Gewittern können starke bis stürmische Böen auftreten, ansonsten weht allgemein nur schwacher Wind aus unterschiedlichen Richtungen.

In der Nacht zum Dienstag sind gebietsweise weitere Regenschauer und örtlich kräftige Gewitter aktiv, die eng begrenzt länger andauern können. Im Südwesten kommt es teilweise zu kräftigen, stellenweise gewittrigen Regenfällen. Kaum Schauer gibt es vom nördlichen Niedersachsen bis nach Hamburg und Schleswig-Holstein sowie in Ostseenähe.

Am Dienstag muss schon morgens gebietsweise mit Schauern und Gewittern gerechnet werden, vor allem im Südwesten regnet es teils andauernd, im Schwarzwald ergiebig. Nachmittags und abends ist dann von Ostbayern über Franken, Thüringen und Hessen sowie weiter über das nördlichste Baden-Württemberg bis nach Rheinland-Pfalz und zum Saarland mit teils kräftigen Gewittern und Regenfällen zu rechnen. Auch im Osten, im südlichen Niedersachsen sowie in NRW bilden sich dann örtlich heftige Gewitter. Bei Gewittern besteht Unwettergefahr durch sehr starke Regenfälle, vereinzelt auch durch Hagelschlag. Eine nur geringe Gewittergefahr und voraussichtlich sogar sonniges Wetter ist an Nord- und Ostsee, in Schleswig-Holstein sowie im nördlichen und nordwestlichen Niedersachsen zu erwarten. Auch im südlichen Baden-Württemberg sowie in Südbayern regnet es zwar zeitweise bei starker Bewölkung, kräftige Gewitter dürften sich hier aber eher selten bilden. Abseits von Gewitterböen weht im Süden schwacher Wind um West, sonst meist mäßiger und in Böen frischer Wind aus nordöstlichen Richtungen. Die Höchstwerte liegen von der niederländischen Grenze über den Norden bis in den Osten bei sommerlichen 25 bis 29, im Osten teils etwas über 30 Grad. Sonst werden 21 bis 25, im äußersten Süden teils nur rund 18 Grad erreicht.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Vorwarnungen vor Starkregenschauern/Gewittern und Starkregen sowie Hinweise zur Hitzebelastung aktiv. Akutwarnungen vor Starkregenschauern und Gewittern erfolgen bei Bedarf zeitnah.

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AUSBLICK

Am Mittwoch verläuft die Luftmassengrenze etwa von Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis in den Nordosten. In ihrem Bereich kommt es zeit- und gebietsweise zu Schauern oder auch zu schauerartig verstärkten Regenfällen, die örtlich ergiebig ausfallen können. Nach Osten und Nordosten hin sind bereits in der Früh und morgens kräftige Schauer und Gewitter möglich. Im Tagesverlauf sind in der Mitte und im Osten, eventuell auch im Südosten noch einmal gebietsweise kräftige Gewitter möglich. Die Front verlagert sich dabei am Abend weiter nach Osten und Südosten, so dass sich das Wetter zur Nacht hin in der Mitte und im Osten beruhigt. Schauerartige Regenfälle und letzte Gewitter sind dann vorzugsweise zwischen Oberbayern und der Lausitz zu erwarten. In der Nordwesthälfte gibt es zumeist einen ruhigen Mix aus Sonnenschein und Quellwolken, anfangs kann es auch noch gebietsweise hochnebelartig bewölkt sein. Schauer bilden sich hier kaum noch. Die Temperaturen erreichen im Osten noch einmal sommerliche Werte von 25 bis örtlich 28 Grad, im großen Rest stehen mäßig warme 22 bis örtlich 25 Grad an, ganz im Süden 17 bis 21 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest, im Süden und Osten (vor der Luftmassengrenze) schwach aus West.

Am Donnerstag setzt sich ausgehend von einem Hoch nördlich der Azoren ein Keil bis nach Mitteleuropa durch. Dieser bringt verbreitet Wetterberuhigung. Im Bereich feuchter und mäßig warmer Nordseeluft muss eingangs des Tages gebietsweise mit Hochnebelfeldern gerechnet werden, die sich im Tagesverlauf meist auflockern und der Sonne gelegentlich Platz machen dürften. Im Süden und Südosten können sich dagegen noch einmal Schauer und vereinzelt Gewitter bilden, an den Alpen kann es schauerartige Regenfälle geben. Das Temperaturbild zeigt sich mäßig warm bis sommerlich bei Höchstwerten von meist 23 bis 27 Grad, Richtung Alpenvorland stehen 18 bis 22 Grad in Aussicht. Der Wind weht im Norden schwach bis mäßig aus Südwest bis West, im Osten und Südosten schwach aus Nordwest bis Nord, sonst kaum spürbar aus unterschiedlichen Richtungen.

Am Freitag ist es überwiegend trocken. Im Norden und Westen bilden sich rasch Quellwolken, die mittags und nachmittags auch längere Zeit die Sonne verdecken, aber nur sehr vereinzelt ein paar Tropfen bringen. Sonst ist es weitgehend leicht bewölkt oder sonnig. Am Nachmittag und Abend sind über den westlichen und südlichen Mittelgebirgen einzelne Regenschauer und Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen bei sommerlichen 26 bis 29, im Südwesten örtlich bei bis zu 31 Grad. Es weht schwacher Wind aus südlicher, im Süden aus östlicher Richtung.


SONDERINFORMATION

Kräftige Gewitter am Sonntag

Auswahl Niederschlagsmengen Sonntag, 8 Uhr bis Montag, 8 Uhr
57 l/m² - Holzdorf ST
53 l/m² - Gössweinstein BY
52 l/m² - Dietenhofen BY
50 l/m² - Schwäbisch Gmünd-Weiler BW
48 l/m² - Emden NI
45 l/m² - Ludwigschorgast BY

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Fabian Ruhnau

Dieser Lagebericht wurde am 28.07.2014 um 08:39 Uhr ausgegeben.

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