Warnlagebericht vom 02.03.2015 um 05:16 Uhr

Am Montag und Dienstag meist windiges und nasses Wetter, zeit- und gebietsweise mit Sturmböen - wieder deutlich sinkende Schneefallgrenze, dazu schauerartige Niederschläge, örtlich auch gewittrig

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Montag zieht morgens das Randtief ZACHARIAS * von der südlichen Nordsee in Richtung Dänemark und weiter zur Ostsee. An seiner Südseite ist in Teilen Norddeutschlands vorübergehend mit deutlich verschärften Luftdruckgegensätzen und Sturmböen zu rechnen. Im Tagesverlauf rückt Deutschland immer weiter in den Einflussbereich der umfangreichen Tiefdruckzone über dem Nordatlantik und Nordeuropa. Es stellt sich eine kräftige westliche Höhenströmung ein, mit der uns weitere Tiefdruckstörungen von West nach Ost überqueren. Dabei sind die Luftdruckunterschiede zeit- und gebietsweise stärker ausgeprägt. Insgesamt erwartet uns also sehr windiges Wetter und Sturmböen können nicht nur auf den Bergen, sondern teilweise auch im Tiefland auftreten. In Schüben gelangt vor allem in höheren Luftschichten wieder kältere Luft zu uns, was zu einer weiteren Labilisierung der Troposphäre führt. Dies hat zur Folge, dass die Niederschläge teils schauerartig verstärkt und örtlich auch gewittrig sein können. Zudem sinkt die Schneefallgrenze wieder deutlich ab.

*) Im Rahmen der Wetterpatenschaft der Freien Universität zu Berlin erfolgte die Namensvergabe mit dem Anfangsbuchstaben "Z" diesmal an die Unwetterzentrale. Bei Facebook starteten wir dazu einen Aufruf für die Namensvergebung und ZACHARIAS war das Ergebnis dieser Befragung.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Montag fällt zunächst in der Osthälfte verbreitet schauerartiger Regen. Tagsüber ziehen mit vielen Wolken zunächst in der Südhälfte sowie im Norden und Nordosten zeit- und gebietsweise schauerartige und teils auch mal kräftige Niederschläge durch. Dazwischen zeigt sich die Sonne in einem Streifen etwa von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen hier und da und es ist zunächst länger trocken. Nachmittags kommen von Westen verbreitet teils kräftige Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer auf, die örtlich auch gewittrig sind. Die Schneefallgrenze liegt je nach Niederschlagsintensität bei 300 bis 600 Meter, in Wintergewittern vor allem im Norden und Westen kurzzeitig und lokal eng begrenzt auch im Tiefland. Im Süden liegt sie anfangs noch bei 800 bis 1000 Meter. Im Osten ist insgesamt deutlich weniger Wetteraktivität zu erwarten, so dass es seltener Schauer gibt. Es weht mäßiger bis frischer und in Böen teils starker Südwest- bis Westwind. Vor allem im höheren Bergland sind Sturmböen zu erwarten, besonders in Schauern und Gewittern auch im Tiefland. Nachmittags werden maximal 5 bis 10, am Oberrhein örtlich auch bis zu 12 Grad erreicht. In Schauern ist es aber deutlich kühler.

In der Nacht zum Dienstag lassen die Schauer fast überall nach, vor allem über den Norden und Osten können noch einzelne Schauer hinweg ziehen. Der Himmel klart gebietsweise auf und besonders in der Mitte und im Süden kann sich verbreitet leichter Frost einstellen. Vor allem bei Aufklaren ist mit Glätte durch gefrierende Nässe zu rechnen. Der westliche Wind weht anfangs noch mäßig bis frisch mit Sturmböen im Bergland und vereinzelt in Schauern. Im Laufe der Nacht dreht er auf Südwest und lässt deutlich nach.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Derzeit sind Warnungen vor Sturm, Starkschneefall und ergiebigem Dauerregen/Tauwetter sowie Warnhinweise zur Glätte aktiv.

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AUSBLICK

Am Dienstag kommen bereits am Vormittag rasch neue, schauerartige Niederschläge auf, die im Tagesverlauf die gesamte Nordwesthälfte erfassen und ab 500 bis 600 Meter als Schnee fallen. Örtlich sind auch kurze Gewitter möglich. Nach Süden und Südosten hin setzt sich Wetterberuhigung durch und es sind kaum Schauer unterwegs. Teilweise kann sich längere Zeit die Sonne durchsetzen. Es weht weiterhin frischer Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen. In Gipfellagen und vereinzelt in Schauern muss mit Sturmböen gerechnet werden. Die Höchstwerte liegen bei 5 bis 9, im Südwesten bei bis zu 11 Grad. In der Nacht zum Mittwoch stellt sich gebietsweise leichter Frost ein und es besteht Glättegefahr.

Am Mittwoch ist weiterhin mit wechselhaftem Schauerwetter zu rechnen. Vor allem in der Nordwest- und Westhälfte ziehen kräftige Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer durch, örtlich mit Blitz und Donner. An den Alpen schneit es längere Zeit, meist bis in die Täler. Seltener sind Schauer von den Alpen abgesehen in Bayern sowie im Osten des Landes. Im Norden weht mäßiger bis frischer und in Böen teils starker bis stürmischer Wind um West, nach Süden weitgehend schwacher bis mäßiger Wind aus West. Nachmittags werden abseits von Schauern 5 bis 8 Grad erreicht, oberhalb von 600 Meter 0 bis 4 Grad.

Am Donnerstag dreht der Wind auf Nordwest und lässt deutlich nach, so dass er meist nur schwach bis mäßig weht. Dazu ziehen einzelne Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer durch, in höheren Lagen ab 300 bis 500 Meter Schneeschauer. An den Nordwesträndern der Mittelgebirge schneit es anfangs längere Zeit, nachmittags lassen letzte Schauer allmählich nach. An den Alpen muss voraussichtlich bis zum Freitagmorgen mit Nordweststau und anhaltendem Schneefall bis in die Täler gerechnet werden. Hier kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen. Die Höchstwerte liegen bei 0 Grad an den Alpen, sonst bei 4 bis 7, in den Niederungen im Südwesten, Westen und Nordwesten bei bis zu 9 Grad.

Weiterer Trend: Am Freitag überquert uns ein weiterer Tiefausläufer mit Regen, in höheren Lagen und im Süden anfangs teils mit Schneefall.

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SONDERINFORMATION

Rückblick: Vor 25 Jahren gab es große Schäden durch eine Orkanserie
Bochum, 27.02.2015. Der Experte Andreas Wagner von der MeteoGroup-Unwetterzentrale in Bochum erinnert an die Sturm- und Orkanserie vor 25 Jahren. Ende Januar 1990 stellte sich eine überaus stürmische Westwetterlage in weiten Teilen Europas ein. Vor allem Mitteleuropa wurde damals schwer getroffen. Weiter unter folgendem Link.

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Thomas Sävert

Dieser Lagebericht wurde am 02.03.2015 um 05:16 Uhr ausgegeben.

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