Warnlagebericht vom 28.02.2017 um 17:33 Uhr

Gebietsweise Sturmböen, ergiebiger Regen, kurze Gewitter, teils ab 400 Schneeglätte

AKTUELLE WETTERLAGE


Derzeit liegt das steuernde Tiefdruckzentrum UDO bei Südnorwegen. Ein Randtief (VOLKMAR) zieht in der vorherrschenden starken Höhenströmung sehr schnell über die Mitte Deutschlands hinweg nach Osten. Es liegt bis zum Abend in etwa über Hessen. Südlich des Randtiefs sind die Luftdruckgegensätze groß, was sich in stürmischem Wind auswirkt. Zudem wird ein kleiner Schwall sehr milder Luft mitgeführt, während auf der Rückseite kältere und labile Meeresluft polaren Ursprungs liegt. Dieses Randtief bringt vor allem Baden-Württemberg und Bayern Sturmböen und auch an der Nordsee sorgt das Zentraltief UDO für warnrelevante Böen. Durch die labile Meeresluft bilden sich zahlreiche Schauer, die unter Umständen kräftig und mit Blitz und Donner sowie Graupel einhergehen können.

Am Mittwoch folgt an der Südflanke von UDO ein neues kleines Randtief, es wird in der Isobarenkarte kaum zu finden sein. Wir haben es mit einer Mischfront gekennzeichnet. Es wirkt sich ebenfalls durch große Luftdruckgegensätze und somit der Gefahr von Sturmböen bis ins Tiefland aus. Auch kann es gebietsweise ergiebig regnen, an der Nordseite des Randtiefs auch bis in tiefer Lagen schneien. Im Norden Deutschlands geht die Wetterentwicklung moderater von statten.
Am späten Mittwochabend zieht dann rasch schon das nächste Randtief vom Ärmelkanal her auf. Es wird etwas stärker als sein mittäglicher Vorgänger ausfallen und kann dann in der Nacht zum Donnerstag und Donnerstagvormittag verbreitet für warnrelvante Böen sorgen, in den nördlichen Mittelgebirgen für schweren Sturm, im Oberharz für Orkan. Vermutlich besteht die höhere Sturmgefahr in einem Streifen vom nördlichen Nordrhein-Westfalen über Südniedersachsen - und Sachsen-Anhalt bis nach Vorpommern, Brandenburg/Berlin und Sachsen.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Abend ziehen in rascher Folge Regen- und Schauerzonen über uns hinweg. Gebietsweise sind diese kräftig und gehen örtlich mit Graupel und Gewittern einher. Es kann in Staulagen der westlichen Mittelgebirge zu unwetterartigen Niederschlagsmengen kommen, ab 800 bis 600 m fällt Schnee. In stärkeren Intensität kann es sogar bis in tiefere Lagen nassen Schneefall geben. Gebietsweise sind stürmische Böen, in Schauer- und Gewitternähe sowie in Süddeutschland Sturmböen oder sogar schwere Sturmböen möglich. Dies vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern. In den Bergen aus heutiger Sicht orkanartige Böen, im Schwarzwald und in den Alpen Orkanböen. Vor allem von Oberschwaben über das Allgäu bis zum Chiemgau können vorübergehend schwere Sturmböen auch im Tiefland nicht ausgeschlossen werden.

In der Nacht zum Mittwoch ziehen neben Auflockerungen oft dichte Wolken mit zeitweiligen Schauern durch, die im Bergland teils bis auf 400 Meter herab als Schnee fallen, wobei vor allem bei starken Intensitäten kurzzeitig Glättegefahr besteht. Die Tiefstwerte liegen bei 6 bis 1 Grad, in oberen Mittelgebirgslagen und am Alpenrand herrscht leichter Frost. Dazu weht mäßiger bis frischer, in Böen starker bis stürmischer Südwestwind, in der Mitte und im Bergland besteht Gefahr teils schwerer Sturmböen.

Am Mittwoch bleibt es sehr unbeständig mit dichten Wolken und häufigeren Schauern, teils gewittrig, teils mit Graupel. Ab etwa 700 bis 400 Meter fällt zeitweise auch Schnee und besonders in den Morgen- und Abendstunden kann es bei stärkeren Schauern Schnee- oder Matschglätte bis in tiefere Lagen geben. Im Norden Deutschlands ist teilweise bis ins Tiefland Schneeregen oder nasser Schneefall möglich. Im Stau des Schwarzwaldes fällt weiterhin zum Teil kräftiger Regen, in höheren Lagen viel Neuschnee. Die Temperaturen liegen meist zwischen 6 und 8 Grad, am Oberrhein bis 12 Grad. Weiterhin besteht vor allem in der Mitte und dem Süden die Gefahr von Sturmböen im Tiefland, im Bergland schweren Sturmböen oder Orkanböen. Abends zieht dann das neue umfangreiche und ergiebige Regengebiet des nächsten Randtiefs in den Westen Deutschlands. Dabei steigt die Schneefallgrenze wieder auf über 1000 Meter an.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Es sind Vor- bzw. Akutwarnungen wegen Sturm und Regen sowie Hinweise zur Glätte aktiv. Bei Bedarf werden kurzfristig zusätzlich Warnungen wegen Gewitter ausgegeben.


AUSBLICK WARNLAGE

In der Nacht zum Donnerstag regnet es im Westen, der Mitte und dem Südwesten länger anhaltend und ergiebig. Dabei steigt die Schneefallgrenze auf 1200 bis 1500 Meter an. Im Norden und im Osten ist es vorübergehend auf längere Strecken trocken, denn letzte Schneeregen- und Graupelschauer ziehen nach Polen und Tschechien ab. Im Westen, der Mitte und dem Südwesten wieder starker Südwestwind mit Sturmböen, in höheren Lagen schweren Sturmböen, im Schwarzwald und im Harz Orkanböen. Im Norden und Nordosten schwach windig.

Am Donnerstag ist im Westen und der Mitte morgens und vormittags verbreitet mit schweren Sturmböen zu rechnen. In den Hochlagen der nördlichen Mittelgebirge Orkanböen. Nachmittags auch im Osten Gefahr schwerer Sturmböen bis ins Tiefland. Von der Nordsee bis zur Ostsee weht nur schwacher Wind, da der Tiefkern südlicher zieht (über Ostfriesland - Hamburg - Rügen). Im Süden Deutschlands weht in Böen weht starker bis stürmischer Westwind mit nur lokalen Sturmböen, im Bergland schweren Sturmböen.

Am Donnerstag tagsüber zeigt sich der Wettercharakter dazu überaus unbeständig: Gebietsweise kommt es zu länger anhaltendem und ergiebigem Regen, vor allem an den Westhängen der Berge. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs 1300 Metern auf der Rückseite des Randtiefs wieder auf 500 bis 300 Meter ab. Nachmittags finden in der Nordhälfte noch zahlreiche Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer, in den Bergen Schneeschauer statt. In Nord- und Nordostdeutschland kann es bis in tiefe Lagen zu Schneeregen oder sehr nassem Schneefall kommen. Nachmittags lässt der Wind im Westen und im Südwesten deutlich nach und Sturmböen beschränken sich im Flachland auf die Nähe von Schauern und auf das Bergland. Südlich des Mains deutliche Wetterberuhigung und meist trocken.

Für den Freitag deutet sich ein neues Randtief an, dessen Zugbahn ist aber noch unsicher. Vor allem in der Nordwesthälfte wären aus heutiger Sicht starke bis stürmische Böen denkbar, in den Alpen könnte sich starker Föhn einstellen. Hier wären dann in den Gipfeln Orkanböen denkbar.

Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 28.02.2017 um 17:33 Uhr ausgegeben.

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