Warnlagebericht vom 28.02.2017 um 03:30 Uhr

Heute warnrelevante Windböen vor allem im Westen und Südwesten und in Alpennähe.

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Dienstag stellt sich an den Alpen Föhn ein, wobei eine Erwärmung der Luft stattfindet. Gleichzeitig liegt über dem Westen und der Mitte Deutschlands die Kaltfront eines Randtiefs vom steuernden Tiefdruckgebiet UDO, welches mit seinem Kern nördlich Schottland liegt. Damit bauen sich große Luftdruck- und Temperaturgegensätze über Deutschland auf, denn aus Westen nähert sich ein Schwall hochreichender und labiler Kaltuft. Im Süden und Südosten liegt noch deutlich wärmer Luft. Starke Höhenwinde (in rund 1500 Metern Höhe) von bis zu 120 km/h liegen dabei über dem Südwesten und der Mitte. Bei dieser Konstellation kann sich im Lee der Alpen (Chiemgau) ein kleines Tief bilden. Mit der Annäherung der Kaltfront verstärken sich die Gegensätze dergestalt, dass sich eine heftige Schauer- und Böenfront im Süden Bayerns bilden könnte. Diese würde dann mit Orkanböen in Richtung Österreich ablaufen und sogleich den warmen, trockenen Föhnwind nach Osten abdrängen. Ansonsten ist labile und kalte Meeresluft aktiv, in der es zu Schauerwetter kommt.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute ziehen in rascher Folge Regen- und Schauerzonen über uns hinweg. Gebietsweise sind diese kräftig und gehen örtlich mit Graupel und Gewittern einher. Es kann in Staulagen der westlichen Mittelgebirge zu unwetterartigen Niederschlagsmengen kommen, ab 700 bis 1000 m einiges an Neuschnee. Maximal werden 3 bis 5 Grad in den Hochlagen der Eifel, ansonsten meist 6 bis 9 Grad erreicht, im Osten und am Oberrhein 10 bis 12 Grad. Gebietsweise sind stürmische Böen, in Schauer- und Gewitternähe sowie in Süddeutschland Sturmböen oder sogar schwere Sturmböen möglich. Dies vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern. In den Bergen aus heutiger Sicht orkanartige Böen, im Schwarzwald und in den Alpen Orkanböen. Vor allem von Oberschwaben über das Allgäu bis zum Chiemgau können vorübegehend schwere Sturmböen bis Orkanböen auch im Tiefland nicht ausgeschlossen werden. Diesbezüglich ist die Lage aber noch unsicher, sodass wir noch weitere Berechnungen und Entwicklungen abwarten, bevor wir Vorwarnungen ausgeben.

In der Nacht zum Mittwoch ziehen neben Auflockerungen oft dichte Wolken mit zeitweiligen Schauern durch, die im Bergland teils bis auf 500 Meter herab als Schnee fallen, wobei vor allem bei starken Intensitäten kurzzeitig Glättegefahr besteht. Die Tiefstwerte liegen bei 6 bis 1 Grad, in oberen Mittelgebirgslagen und am Alpenrand herrscht leichter Frost. Dazu weht mäßiger bis frischer, in Böen starker bis stürmischer Südwestwind, in der Mitte und im Bergland besteht Gefahr teils schwerer Sturmböen.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Es sind Vor- bzw. Akutwarnungen wegen Sturm und Regen aktiv.


AUSBLICK WARNLAGE

Am Mittwoch bleibt es sehr unbeständig mit dichten Wolken und häufigeren Schauern, teils gewittrig, teils mit Graupel. Ab etwa 500 bis 700 Meter fällt auch Schnee und besonders in den Morgen- und Abendstunden kann es bei stärkeren Schauern Schnee- oder Matschglätte geben. Im Stau des Schwarzwaldes fällt weiterhin zum Teil kräftiger Regen, in höheren Lagen viel Neuschnee. Im Tagesverlauf gehen die Temperaturen zurück und erreichen zuvor im Vormittagsverlauf 6 Grad im Norden und 10 bis 12 Grad entlang des Rheins. Weiterhin besteht die Gefahr von Sturmböen im Tiefland, im Bergland schweren Sturmböen oder Orkanböen.

Am Donnerstag gibt es in der Nordhälfte weiterhin viele Wolken und immer wieder fällt teils schauerartiger Regen, der aber keine Warnkriterien erreicht. Nach Süden hin sind neben wolkigen Phasen teils längerer Sonnenschein und nur noch einzelne Schauer möglich, vor allem am Nachmittag ist es recht freundlich. Die Höchstwerte liegen von Nordost nach Südwest bei 6 bis 14 Grad. In Böen weht starker bis stürmischer Westwind, in der Nordhälfte vor allem bei kräftigen Schauern drohen auch Sturmböen bzw. schwere Sturmböen bis 100 km/h.

Weiterer Trend für die Woche: Wetterberuhigung und nachlassender Wind.

Jörg Riemann

Dieser Lagebericht wurde am 28.02.2017 um 03:30 Uhr ausgegeben.

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