Warnlagebericht vom 22.10.2014 um 20:58 Uhr

- An den Alpen ergiebige Niederschläge, oberhalb 800 bis 1000 Meter starke Schneefälle mit Schneebruchgefahr
- Im Süden noch einzelne Sturmböen, im Bergland schwere Sturmböen

- Donnerstag an den Alpen weitere ergiebige Stauniederschläge, sonst Wetterberuhigung


AKTUELLE WETTERLAGE


Am Donnerstag bildet sich zwischen dem Hochdruckgebiet PITTER über Finnland und einem Hochdruckgebiet über Südwesteuropa eine schwache Hochdruckbrücke. Da das Tief GONZALO nach Südosteuropa weiterzieht, kehrt bei uns im Großteil des Landes Wetterberuhigung ein. Die Luftdruckgegensätze schwächen sich deutlich ab und der Wind wird aus unserer Sicht nicht mehr relevant sein. Durch eine nördliche Höhenströmung bleibt besonders in den östlichen Alpen eine intensive Staulage erhalten, so dass es hier ergiebig regnet und in den Hochlagen kräftig schneit. Die Warmfront eines neuen atlantischen Tiefdrucksystems erreicht im Tagesverlauf den Nordwesten mit dichten Wolken und etwas Regen.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

In der Nacht zum Donnerstag muss von Sachsen bis Bayern mit Regen gerechnet werden, oberhalb von rund 800 bis 1000 Metern schneit es in Südbayern. An den Alpen sind die Niederschläge sehr ergiebig, teils unwetterartig mit großen Neuschneemengen sowie der Gefahr von erheblichen Schneeverfrachtungen und Schneebruch. Ansonsten kommt es vor allem von der Mecklenburger Bucht bis zur Leipziger Tieflandsbucht zu Schauern. Im Nordwesten und Westen sowie Richtung polnischer Grenze sind Schauer selten zu erwarten. Der Wind lässt im Großteil des Landes immer weiter nach, nur in Bayern und hier vor allem Richtung Ober- und Niederbayern weht frischer bis starker Nordwestwind, örtlich mit Sturmböen und in den Bergen verbreitet mit schweren Sturmböen. Die Tiefstwerte liegen zwischen 11 Grad an den Küsten und 0 bis 4 Grad am direkten Alpenrand. Hier ist streckenweise Glätte durch Schnee oder Schneematsch möglich.

Am Donnerstag weht in Teilen Bayerns vor allem anfangs noch frischer und in Böen starker bis stürmischer Nordwestwind. Sonst lässt der Wind weiter nach und weht lediglich schwach bis mäßig. An den Alpen kommt es zu ergiebigen Stauniederschlägen, die meist ab etwa 1000 Meter als Schnee fallen, so dass in den Hochlagen große Neuschneemengen zusammenkommen. Besonders morgens kann es in prädestinierten Nordstaulagen auch deutlich tiefer hinab schneien. Im Tagesverlauf ist mit einem Anstieg der Schneefallgrenze gegen 1200 Meter zu rechnen. Im übrigen Land sind viele Wolken unterwegs, Schauer oder etwas Regen gibt es aber immer seltener. Vor allem an den Nordrändern der Mittelgebirge kann es noch öfter regnen. Die Höchstwerte liegen bei 10 bis 14, südlich der Donau bei 4 bis 8 Grad.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Warnungen vor Sturm, Starkregen und Schnee sowie Hinweise zur Straßenglätte aktiv. Akutwarnungen vor Starkregenschauern/Gewittern erfolgen zeitnah bei Bedarf.

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AUSBLICK

Am Freitag erwarten wir verbreitet ruhiges und trockenes Herbstwetter. Nur an der Nordsee können einzelne Schauer durchziehen und auch Richtung Chiemgau und Berchtesgaden regnet es anfangs etwas. Sonst setzt sich nach teils wolkigem Beginn mit Hochnebel oder Nebelfeldern zeit- und gebietsweise die Sonne durch. Am besten schafft sie das voraussichtlich im Südwesten des Landes. Die Temperaturen steigen wieder, so dass im Westen und Nordwesten 14 bis 16, sonst meist 9 bis 14 Grad erreicht werden. An den Alpen steigen die Temperaturen auf 7 Grad. In der Nordhälfte weht mäßiger Südwind, im Süden schwacher Ostwind.

Am Samstag zieht eine schwache Front nach Deutschland und bringt von Nordwesten her etwas Regen oder einzelne Schauer. Im Süden und Südosten scheint nach Auflösung lokaler Nebelfelder längere Zeit die Sonne, bevor es im Laufe des Nachmittags etwas wolkiger wird. Es bleibt hier aber trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 Grad im Chiemgau und 16 Grad am Niederrhein. An der Nordsee weht mäßiger bis frischer, sonst schwacher Südwest- bis Südwind.

Der Sonntag verläuft im Großteil des Landes ruhig und trocken. Dabei gibt es einen recht freundlichen Mix aus anfänglichem Nebel, Sonne und Wolkenfeldern. Gebietsweise kann sich die Sonne auch längere Zeit zeigen. Einzig unmittelbar an der Nordsee könnten ein paar Tropfen fallen. Es wird noch etwas milder. Auf Helgoland und auf den Nordfriesischen Inseln sind einzelne Warnwürdige Windböen nicht ausgeschlossen. Sonst zeichnen sich derzeit keine markante Wettererscheinungen zeichnen ab.


SONDERINFORMATION

Auswahl Spitzenböen vom Dienstag

Höhenlagen oberhalb von 1000 Meter
148 km/h - Feldberg/Schwarzwald BW
148 km/h - Spitzingsee BY
144 km/h - Nebelhorn BY
141 km/h - Belchen/Schwarzwald BW
126 km/h - Grosser Arber BY

Höhenlagen unterhalb von 1000 Meter
141 km/h - St. Bartholomae (Königssee) BY
137 km/h - Ansbach BY
126 km/h - Hohentwiel BW
124 km/h - Küssaburg BW
122 km/h - Stuttgart-Rot BW
119 km/h - Stimpfach-Weipertshofen BW
115 km/h - Landsberg/Lech BY
113 km/h - Harburg (Schwaben) BY
111 km/h - Lindau/Bodensee BY
111 km/h - Feuchtwangen-Heilbronn BY

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Lars Dahlstrom

Dieser Lagebericht wurde am 22.10.2014 um 20:58 Uhr ausgegeben.

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