Warnlagebericht vom 24.01.2017 um 13:58 Uhr

Nachts erneut Frost und Glätte, im Hochschwarzwald Sturmböen möglich

AKTUELLE WETTERLAGE


Derzeit ist im Westen ein auf der Wetterkarte nicht zu erkennendes schwaches Höhentief aktiv. Es sorgt im äußersten Westen vorübergehend zu örtlich schwachem Schneefall. Im Osten Deutschlands liegt eine dünne feuchte Luftschicht, in der es gebietsweise zu gefrierendem Sprühregen oder Schneegriesel kommt. Von Westen her breitet sich dann jedoch das Hochdruckgebiet CHRISTA zu uns aus. Es bleibt also in den Folgetagen weitgehend beim ruhigen, zu Nebel und Hochnebel neigendem Wetter in Deutschland. Dabei kann in einigen Regionen aus Nebel oder Hochnebel immer mal wieder sporadisch etwas Niederschlag fallen. Dies kann Sprühregen oder Schneegriesel sein. Zum Mittwoch hin nehmen die Luftdruckgegensätze zwischem dem Hoch bei uns und dem Tief im Mittelmeerraum etwas zu. Ansonsten ändert sich nichts Wesentliches.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute bleibt es weitgehend bedeckt und trübe durch Nebel und Hochnebel. Lediglich die höchsten Berge liegen über der Nebeldecke. Zeit- und gebietsweise kann aus dem Hochnebel bzw. Nebel geringer Schneegriesel oder Sprühregen fallen. Dann besteht die Gefahr von Glätte. Im Süden bleibt mäßiger Dauerfrost erhalten bei Höchsttemperaturen zwischen -5 und -9 Grad. Dabei nimmt die Vereisung von Bächen, Flüssen und Seen weiter zu und auch die Gefahr von Wasserrohrbrüchen steigt weiter an, da der Frost immer tiefer in die Böden eindringt. Nach Norden hin wird es milder mit +1 bis -4 Grad, in Norddeutschland werden verbreitet +2 bis +3, auf Sylt bis +6 Grad erreicht. Der Wind ist allgemein kein Thema, lediglich in den Berglagen Süddeutschlands nimmt er langsam zu.

In der Nacht zum Mittwoch sind höchstens im Hochschwarzwald in exponierten Lagen einzelne Sturmböen möglich. Von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Sachsen kann es gebietsweise zu geringem Schneegriesel oder gefrierendem Sprühregen kommen. Gebietsweise gibt es dichten Nebel oder Hochnebel und die Sterne sind am ehesten von den berggipfeln aus zu sehen, welche aus der Hochnebeldecke herausragen. Die Tiefstwerte liegen bei Seewind an den Küsten bei +2 Grad ansonsten verbreitet bei -1 bis -7, in Baden-Württemberg und Bayern bei klarem Himmel bis rund -10 Grad. Am Alpenrand und im Südosten kühlt es über Schnee und bei klarem Himmel wieder auf -11 bis -15 Grad oder noch tiefer ab.

Am Mittwoch von Sachsen bis zur Ostsee überwiegend stark bewölkt oder trübe, dabei fällt gebietsweise etwas Schneegriesel. Auch in den übrigen Regionen ist es überwiegend bedeckt oder diesig, und von vereinzeltem Schneegriesel oder Sprühregen abgesehen meist niederschlagsfrei. Bevorzugt auf den Westseiten der Bergländer kann die Wolkendecke aufreißen und es aufheitern und in den Gipfellagen ist es ohnehin sonnig. Höchstwerte -7 Grad bei Nebel in den Fluss- und Seeniederungen Süddeutschlands und bis +3 Grad am Niederrhein und auf Sylt. Der Wind ist meist kein Thema und allenfalls im Hochschwarzwald sind anfangs Sturmböen möglich. Von Glätte- und Frostwarnungen abgesehen, also meist keine markanten Wettererscheinungen.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Im Süden bestehen vielerorts Warnungen für strengen Frost mit Tiefstwerten unter -10 Grad, stellenweise werden -15 Grad oder noch tiefere Werte erreicht.

Es ist im Schwarzwald eine Vorwarnung wegen Sturmböen aktiv.


AUSBLICK WARNLAGE

Allmähliche Milderung in Sicht
Bis zum Samstag ist weiterhin nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen. Unter Hochdruckeinfluss ist es teils sonnig, teils bewölkt durch Hochnebel. Aus Hochnebel kann weiterhin hier und da geringfügiger Schneegriesel, im Nordwesten Sprühregen fallen. Bei Minustemperaturen ist dann weiterhin regional Glätte möglich. Lediglich im äußersten Westen und Nordwesten ziehen die Reste atlantischer Tiefdruckgebiete in Form stärkerer Wolkenfelder und vereinzelt geringem Regen durch. Vor allem im Westen setzt sich allmählich weitere Milderung durch. Dabei steigen die Tageshöchsttemperaturen von 1 bis 5 Grad am Donnerstag, auf bis zu 7 bis 10 Grad am Freitag und am Samstag an. In der Südhälfte herrscht tagsüber zunächst noch leichter Dauerfrost und nachts mäßiger bis strenger Frost um -10 Grad, doch insgesamt macht sich auch hier eine deutliche Frostabschwächung bemerkbar. Der südöstliche bis südliche Wind kann in einigen Regionen zulegen, am Alpenrand könnte sich leichter Föhn einstellen.

Zum Sonntag wird es im Nordwesten Deutschlands windiger und milder, denn es nähern sich vom atlantischen Ozean Tiefdruckgebiete, die versuchen, gegen die Hochdruckdominanz anzukämpfen. Dabei könnte es an der Küste für warnrelevante Böen reichen. Zudem sind in der Westhälfte Regen, Schneeregen und in den Bergen Schneefälle möglich. Möglicherweise steigen die Höchstwerte dann auch in Süddeutschland auf 0 bis 5 Grad, bei Föhn auch noch etwas weiter an. In wieweit sich die verantwortlichen Tiefausläufer gegen die Hochdruckzone durchsetzen können, bleibt aber noch abzuwarten.


SONDERINFORMATION

Frostlage sorgt für zunehmende Behinderungen und Gefahren
Die nun schon teils mehrwöchige Dauerfrostperiode in der Mitte und dem Süden Deutschlands macht sich mehr und mehr bemerkbar. Vor allem durch die strengen Nachtfröste unter klarem Himmel sind einige Flüsse bereits mit Eisschollen und Treibeis überzogen. Einige Flussabschnitte sind sogar inzwischen gesperrt, obwohl Eisbrecher im Einsatz sind. Selbst auf der Saar und die Mosel sowie dem Neckar kommt es bereits zu Behinderungen durch Eisgang. Insgesamt bleiben die Nächte in den kommenden Tagen weiterhin frostig, wobei sich strenger Frost mit Tiefstwerten unter -10 Grad sich mehr und mehr auf den Süden und Südosten Deutschlands beschränken wird. Der Frost dringt auch immer weiter in den Boden ein. Daher mehren sich die Meldungen von Wasserrohrbrüchen.
Eine weitere Gefahr üben die zugefrorenen Gewässer aus. Wir können nur dringend davor abraten Eisflächen zu betreten. Flüsse, Hafenbecken und Kanäle weisen keine stabile Eisdecke auf und die Gefahr eines Einbruchs in die Eisdecke ist sehr hoch. Eltern sollten vor allem ihre Kinder vor den heimtückischen Gefahren zugefrorener Gewässer aufklären. In nahezu jedem kalten Winter sind leider Opfer zu beklagen, die sich leichtsinniger Weise auf das Eis gewagt hatten.

Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 24.01.2017 um 13:58 Uhr ausgegeben.

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