Warnlagebericht
- Nachts an der Ostsee Schneeschauer, im Südosten leichter Schneefall
- Dienstag im Südosten gebietsweise Schneefall, Ostseeküste Schneeschauer
- Nachts in weiten Landesteilen strenger bis sehr strenger Frost
NEU! Die UWZ-Warnungen nun auch via iPhone-App: Deutschland und Schweiz
AKTUELLE WETTERLAGE
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Am Dienstag bestimmt eine umfangreiche und kräftige Hochdruckzone, die sich vom Ostatlantik über Mittel- und Nordeuropa bis nach Russland und Sibirien erstreckt, das Wetter in weiten Teilen Deutschlands. In bodennahen Luftschichten ist dabei sehr kalte und überwiegend trockene Festlandsluft anzutreffen. Atlantische Tiefdruckgebiete werden von dieser Hochdruckzone abgeblockt und können uns nicht erreichen. Im Mittelmeerraum sowie über dem Balkan ist dagegen eine kräftige Tiefdruckzone wetterbestimmend, die hier gebietsweise für heftige Schnee- und Regenfälle sorgt. Sie schaufelt feuchte Mittelmeerluft nordwestwärts auch über die Alpen und Reste davon erreichen den Süden und Südosten unseres Landes. Zwischen den Druckgebilden nehmen die Luftdruckgegensätze über Deutschland wieder zu, sodass mäßiger bis frischer, böiger und somit wieder kalter nordöstlicher Wind aufkommt. An der für weite Teile Europas sehr kalten Großwetterlage ändert sich aber auch in den kommenden Tagen nichts Wesentliches. Vorübergehend kann sich der Frost bei uns aber zumindest gebietsweise etwas abschwächen, was nicht zuletzt der Windzunahme geschuldet ist.
VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND
In der Nacht zum Dienstag breiten sich aus Südosten dichte Wolken etwa bis zu einer Linie vom südöstlichen Brandenburg bis zum Allgäu aus. Vor allem ab der zweiten Nachthälfte kommt im Erzgebirge sowie in der Südosthälfte Bayerns Schneefall auf. Verbreitet muss hier mit Glätte gerechnet werden. Warnrelevante Neuschneemengen erwarten wir jedoch nicht. An der Ostsee kommt es zu Schneeschauern, vor allem auf Rügen, später primär in Ostholstein. Sonst bleibt es trocken und weitgehend leicht bewölkt oder klar. Die Temperaturen sinken auf -10 bis -18 Grad, im Nordosten, Osten und Süden über Schnee und in geschützten Lagen auf -19 bis -25 Grad, vereinzelt auch unter -27 Grad. Der Wind weht überwiegend schwach aus östlichen Richtungen.
Am Dienstag breiten sich aus Südosten dichte Wolkenfelder westwärts aus und erreichen abends auch den äußersten Westen. Vor allem in Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg fällt zeit- und gebietsweise etwas Schnee oder Schneegriesel und von der Ostsee ziehen Schneeschauer nach Ostholstein und Mecklenburg-Vorpommern. Besonders im Westen bleibt es trocken. Erneut bleibt es landesweit bei Dauerfrost, im Süden, im Mittelgebirgsraum und etwa von Thüringen bis nach Sachsen behauptet sich strenger Dauerfrost. Es weht mäßiger, in Böen frischer bis starker Wind aus Nordost. Im Oberharz und im Hochschwarzwald sind Sturmböen zu erwarten.
ÜBERSICHT WARNLAGE
Es sind Warnungen vor Sturm sowie Wetterhinweise zu Extremtemperaturen und Straßenglätte aktiv.
Besteht auch in anderen Ländern Europas Unwettergefahr? Verfolgen Sie dazu einfach das Warnmanagement unserer Unwetterzentralen für Schweden, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Frankreich, Spanien und Italien.
AUSBLICK
Am Mittwoch bleibt es nach strengem Nachtfrost tagsüber verbreitet trocken und vielfach sonnig oder leicht bewölkt. In der Osthälfte können sich hier und da dichte Wolken halten. Der Frost schwächt sich tagsüber insgesamt etwas ab. In den südlichen Mittelgebirgen ist es weiterhin sehr windig mit der Gefahr von Sturmböen in den Hochlagen des Schwarzwaldes, sonst weht mäßiger und in Böen frischer Nordostwind. Nachts muss aber weiterhin recht verbreitet mit strengem Frost gerechnet werden, lediglich unter dichten Wolken im Norden wird es nicht ganz so eisig.
Am Donnerstag nähert sich uns ein neuer Schwall hochreichender Kaltluft. In der gesamten Osthälfte schneit es zeit- und gebietsweise leicht bis mäßig. Vormittags am ehesten zwischen der Ostsee und Sachsen, nachmittags dann vor allem von Thüringen bis zum Erzgebirge und in Bayern. Es muss mit entsprechender Glätte gerechnet werden. Nach Westen hin ist es wechselnd bis stark bewölkt, aber weitgehend trocken. Nur örtlich fallen hier ein paar Flocken oder Schneegriesel. Es weht schwacher bis mäßiger, im Nordosten frischer Nordostwind.
Für den Freitag erwarten wir im Norden, Osten und Süden einige dichte Wolken, aus denen aber nur noch örtlich etwas Schnee fällt. Sonst ist es überwiegend sonnig. Die Temperaturen gehen im Vergleich zu den beiden Vortagen wieder etwas zurück, so dass eher mit einer leichten Frostverschärfung zu rechnen ist.
SONDERINFORMATION
Rekordkälte in Vorpommern
Die Nacht zum Montag war in Vorpommern mancherorts die kälteste Nacht seit Jahrzehnten. In Ueckermünde wurde mit -28,7°C der bisherige Rekord aus dem eisigen Februar 1956 eingestellt. Damals wurden hier -28,2°C gemessen. Neue Rekorde gab es mit mit -23,6 °C auch in Barth (alter Rekord aus dem Jahr 1956 war -22,2 °C) und -20,1 °C in Putbus auf Rügen (1956: -18,6 °C). Auch auf Usedom war es rekordverdächtig kalt mit einem Tiefstwert von -29,1°C an unserer Wetterstation "Usedom (Stadt)".
Stefan Laps
Dieser Lagebericht wurde am 06.02.2012 um 22:54 Uhr ausgegeben.