Warnlagebericht vom 01.09.2014 um 20:56 Uhr

Bis zum Dienstagabend im Osten gebietsweise kräftiger Regen, sonst keine warnrelevanten Ereignisse mehr

Ab Mittwoch deutlich wärmer und meist ruhig, Südhälfte ab Freitag zunehmende Gewittergefahr



*** SOMMERRÜCKBLICK am Ende des Berichtes ***

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Dienstag liegen die Reste des Tiefs ANGELIKA über dem südwestlichen Polen. Frontenreste reichen dabei bis nach Deutschland, so dass eine schwache Mischfront im Tagesverlauf vom Nordosten unseres Landes langsam südwestwärts zieht. Obwohl sich also das Hochdruckgebiet GÖRGE verstärkt und sich mit dem Hoch FRANK über Skandinavien zusammenschließt, gestaltet sich das Wetter doch in großen Teilen Deutschlands noch wolkenreich und teilweise auch nass. Erst hinter der Mischfront setzt sich von Nordosten her trockenere Luft durch. Über dem Süden Deutschlands verlagert sich das kleine Höhentief der vergangenen Tage (bis zu -20 Grad in 5,7 km Höhe) allmählich in Richtung Schweiz und löst erneut einige Regenschauer aus. Nennenswerte Luftdruckgegensätze sind weiterhin nicht auszumachen.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

In der Nacht zum Dienstag regnet es von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen und in Brandenburg/Berlin zeit- und gebietsweise. Von der Lausitz bis nach Ostbrandenburg kann der Regen stellenweise ergiebig ausfallen. In Bayern ziehen sich Regen und Schauer weitgehend in Richtung Niederbayern zurück, auch an den Alpen gibt es sonst noch Schauer. Weiter im Westen und Südwesten des Landes ist es trocken und zeitweise gibt es Auflockerungen. Der Wind weht verbreitet schwach, an der Ostsee mäßig.

Am Dienstag sind vom südlichen Brandenburg und Sachsen über Thüringen und Franken bis in die Mitte des Landes viele Wolken mit Regen oder zumindest einigen Schauern anzutreffen. Besonders in der Lausitz kann es kräftig und anhaltend regnen. Im Tagesverlauf ziehen von Niedersachsen und Hessen her auch in NRW und Rheinland-Pfalz dichte Wolken durch, die aber nur stellenweise etwas Regen bringen. Dahinter bleibt es im Norden und Nordosten bei viel Sonnenschein trocken. Im südlichen Bayern und Baden-Württemberg gibt es einen Mix aus Quellwolken, Schauern und sonnigen Abschnitten. Der Wind weht überwiegend schwach bis mäßig aus zunehmend nordöstlichen Richtungen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen unter dichten Wolken und im Regen sowie in Bayern meist zwischen 15 und 19, im Norden und teils im Westen werden 20 bis 22 Grad erreicht.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Starkregenwarnungen aktiv.

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AUSBLICK

Am Mittwoch halten sich in der Südhälfte, vor allem in Bayern und im südlichen Baden-Württemberg, zunächst dichte Hochnebelfelder aus denen stellenweise etwas Nieselregen fällt. Nachmittags dürfte sich die Sonne aber zeit- und gebietsweise durchsetzen. Einzelne Schauer gibt es hier vor allem über den Mittelgebirgen, Alpen und im Alpenvorland. In der Nordhälfte ist es nach Auflösung einzelner Nebel- oder Hochnebelfelder verbreitet heiter bis sonnig und trocken. Bei mäßigem und in Böen frischem Nordostwind steigen die Temperaturen etwas an. Bei viel Sonne werden in der Nordhälfte 21 bis 24 Grad, besonders am Niederrhein stellenweise um 25 Grad erreicht. Im Süden liegen die Höchstwerte je nach Sonnenschein bei 17 bis 22 Grad.

Am Donnerstag setzt sich nach Auflösung einzelner Nebel- oder Hochnebelfelder bei Höchstwerten von 22 bis 25 Grad und schwachem bis mäßigem Ostwind verbreitet warmes und sonniges Spätsommerwetter durch. Im Nordwesten, Westen und in den Niederungen im Südwesten werden gebietsweise sommerliche 25 bis 27 Grad erreicht. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es teilweise noch mehr Wolken, die aber nur vereinzelt Schauer bringen können, dies vor allem über den Alpen.

Am Freitag gelangt in die Südhälfte unseres Landes feuchtwarme Luft. Ausgehend von den Mittelgebirgen und Alpen können sich in den Nachmittagsstunden lokal kräftige Regenschauer und Gewitter bilden. Mangels Höhenströmung und somit teils stationären Gewitterzellen sind lokal Unwetter durch heftigen Starkregen möglich. Etwa vom Niederrhein über das Münsterland sowie weiter über das südliche Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt und zur Lausitz sowie nördlich davon ist es unter Hochdruckeinfluss trocken und meist sonnig. Nachmittags werden 23 bis 25, im Westen sowie in Hessen und Thüringen in den Niederungen verbreitet 25 bis 27 Grad erreicht. Etwas kühler bleibt es mit 20 bis 22 Grad Richtung Alpen und an den Küsten mit Seewind.


SONDERINFORMATION

Sommerrückblick
Der kalendarische Herbst beginnt zwar erst am 23. September, aus rein statistischen Gründen endete der Sommer aus Sicht der Meteorologen am 31. August und am 01. September ist meteorologischer Herbstanfang. Der Sommer 2014 geht als launischer und unbeständiger Sommer in die Statistiken ein. Grund dafür sind überwiegend feuchtwarme Luftmassen besonders im Monat Juli, die sehr energiegeladen und somit unwetterträchtig gewesen sind. Starke und beständige Hochdruckgebiete fehlten im mitteleuropäischen Wettergeschehen und so konnten sich die schwülen Luftmassen in teils heftigen Starkregen und Gewittern entladen. Herausragende Ereignisse waren das Pfingstwetter in Nordrhein-Westfalen sowie die massiven Starkregen im Großraum Münster, Köln und Eschweiler. Berichte dazu finden Sie in unserer Rubrik Unwetterereignisse. Lediglich die Nord- und Ostseeküsten profitierten von zeitweiligem Hochdruckeinfluss über Skandinavien. Die sonnigsten Orte sind mit Abstand in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu finden.
Einen Rückblick zum Sommer stellen auch unsere Berliner Kollegen im Wetterportal Wetter24.de bereit. Nachfolgend einige Extremwerte aus unserer Sicht.

Extremwerte Sommer 2014 (Juni bis August):

Höchste Tagestemperatur
Am 09.Juni war der heißeste Tag des Jahres mit
38,3°C - Ihringen
37,7°C - Rheinau-Memprechtshofen
37,4°C - Karlsruhe

Höchste 24stündige Niederschlagsmenge (immer 8 bis 8 Uhr)
292 l/m² - Münster, 28. Juli
124 l/m² - Winkelmoos-Alm, 31.Juli
122 l/m² - Münster (Zoo), 28. Juli

Höchste Niederschlagsmenge Juni bis August
847 l/m² - Mummelsee
784 l/m² - Nebelhorn
722 l/m² - St. Bartholomae Königssee

Niedrigste Niederschlagsmenge
Mit jeweils knapp 120 Liter pro Quadratmeter führen Schönefeld-Flughafen (Brandenburg) sowie Barth (Mecklenburg-Vorpommern) und Fehmarn-Wulfen die Liste der trockensten Orte im Sommer 2014 an.

Stärkste Windböen
Am 9.Juni mit dem Pfingstunwetter in NRW
142 km/h - Düsseldorf-Flughafen
133 km/h - Neuss
126 km/h - Essen

Sonnigste Orte
928 h - Darsser Ort
905 h - Julisruh/Rügen
903 h - Hiddenssee-Dornbusch

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Die Warnungen der Unwetterzentrale über unsere App AlertsPro

Thomas Sävert

Dieser Lagebericht wurde am 01.09.2014 um 20:56 Uhr ausgegeben.

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