Warnlagebericht vom 23.02.2018 um 04:19 Uhr

Meist warnfrei, im Schwarzwald Sturmböen, anfangs teils strenger Frost

AKTUELLE WETTERLAGE


Über Nordeuropa liegt das umfangreiche Hochdrucksystem FRITZ / HARTMUT. Über dem zentralen Mittelmeer befindet sich das Tiefdruckgebiet SABINE. In Deutschland herrscht eine östliche Strömung, mit der recht trockene und kalte Luft herangeführt wird. Oft ist es freundlich und warnfrei, eine schwache Front in Norddeutschland löst sich auf, so dass die gebietsweise auftretenden Schneeschauer nachlassen und sich die zugehörigen Wolken auflösen. Die Warmfront des Tiefs SABINE bringt bei starker Bewölkung im äußersten Süden Deutschlands anfangs etwas Schnee, sonst herrscht heute ruhiges Wetter, das - abgesehen von Sturmböen im Schwarzwald und strengem Frost in einigen Lagen des östlichen und südöstlichen Berglandes - warnfrei ist. Zum Samstag hin macht sich von Südwesten her vorübergehend mildere Luft bemerkbar, bevor die Temperatur ab Sonntag weiter leicht zurückgeht. Dann herrscht örtlich auch tagsüber strenger Dauerfrost, nachts geht die Temperatur häufiger auf unter -10 Grad (stellenweise sogar unter -15 Grad) zurück. Damit liegen bis Anfang der neuen Woche sowohl die Höchst-, als auch die Tiefsttemperatur deutlich (im Osten des Landes bis zu 10 Grad) unter dem langjährigen Mittelwert. Ob es bis Anfang März bei der Kälteperiode bleibt, oder sich mildere Luft durchsetzt, ist unsicher.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute ist es am Morgen im Norden und in der Mitte oft leicht bewölkt oder klar und trocken. Zwischen dem südlichen Baden-Württemberg und dem Bayerischen Wald ist es wolkig mit vereinzeltem leichtem Schneefall sowie möglicher Glätte.

Am Tage zeigen sich vom südlichen Oberrhein bis nach Niederbayern neben starker Bewölkung hin und wieder Auflockerungen und es ist überwiegend trocken. Weiter nördlich scheint oft länger die Sonne, lediglich zwischen Nordvorpommern und Nordfriesland gibt es wolkige Abschnitte, wobei mit Niederschlag nicht zu rechnen ist. Abgesehen von einigen Hochlagen der Mittelgebirge, wo es zu Sturmböen kommen kann, ist es warnfrei.

In der Nacht zum Samstag klart der Himmel auf und es bleibt trocken, lediglich direkt an den Alpen ist es noch wolkiger, aber bis auf vereinzelt geringem Schneefall oder Schneegriesel ohne nennenswerte Glättegefahr trocken. Direkt an der Ostsee sind leichte Schneeschauer möglich. Recht verbreitet herrscht mäßiger, örtlich auch strenger Frost unter -10 Grad. Bis auf einzelne warnrelvante Böen im oberen Bergland herrscht warnfreies Wetter.


ÜBERSICHT WARNLAGE

- Es sind Sturmwarnungen aktiv.

- Es sind Hinweise zu Extremfrost aktiv.

- Bitte beachten: Die UWZ warnt nur vor massiver Glätte, die mindestens streckenweise bis verbreitet auftritt. Es kann also dennoch nachts und morgens stellenweise Glätte auf Straßen, Wegen und Brücken geben.


AUSBLICK WARNLAGE

Der Februar endet mit besonders kalter Luft sibirischen Ursprungs

Am Samstag setzt sich das kalte und weitgehend trockene Winterwetter fort. In Böen weht frischer bis starker Nordostwind mit Sturmböen im Hochschwarzwald. Im Südwesten ist es vorübergehend milder als zuvor.

In der Nacht zum Sonntag ist im Ostseeumfeld etwas Schnee möglich. Verbreitet herrscht mäßiger, am Erzgebirge sowie in Thüringen häufiger strenger Frost.

Am Sonntag trifft kalte Luft sibirischen Ursprungs in der Osthälfte Deutschlands ein. Sie erfasst im Verlauf abgeschwächt auch den Westen. Besonders markant ist die gefühlte Temperatur (Windchill), die sich bei mäßigem bis frischem östlichem Wind um 10 bis 15 Grad kälter anfühlen kann. Die kalte Luftmasse nimmt über der Ostsee Feuchtigkeit auf. Dabei entstehen Schnee- und Graupelschauer, die zu starken Schneefällen und Schneeverwehungen führen können.

In der Nacht zum Montag und am Montagmorgen tritt in der Mitte und im Süden verbreiteter strenger Frost, örtlich sehr strenger Frost auf. Dabei gibt es einen markanten Windchill (besonders niedrige gefühlte Temperatur). Von Vorpommern bis nach Ostholstein und in den Norden Niedersachsens sind starke Schneeschauer möglich.

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SONDERINFORMATION

Kommende Woche besonders kalte Luft sibirischen Ursprungs

Betrachtet man die langjährigen Mittelwerte, so ist die Luftmasse, die ab Sonntagabend und vor allem von Montag bis Mittwoch aus Sibirien herangeführt wird, bis zu 10 Grad kälter als üblich. Es kann durch strenge Nachtfröste an einigen Kanälen und in Häfen in der Osthälfte Deutschlands zur Vereisung kommen.

In weiten Teilen von Deutschland stechen noch immer Allzeitrekorde von Februar 1956 hervor. Damals lag verbreitet Schnee von Deutschland bis nach Russland. Dann erreichten Deutschland extrem kalte Luftmassen aus Sibirien. Damals wurden -20 bis -24 Grad in rund 1500 m Höhe erreicht. In klaren Nächten konnte sich die Luftmasse über Schnee besonders stark abkühlen und es wurden Kälterekorde aufgestellt, die seitdem Bestand haben.

Hier eine kleine Auswahl der bis heutige gültigen Kälterekorde für die 3. Februardekade (20.02.-28/29.02.):

Helgoland: -10,2°C am 22.02.1956
List/Sylt: -13,7°C am 21.02.1956
Kiel : -18,6°C am 25.02.1956
Norderney: -12,2°C am 22.02.1956
Hamburg/Flg: -22,4°C am 25.02.1956
Schwerin: -22,4°C am 25.02.1956
Ueckermünde: -25,8°C am 23.02.1956
Bremen/Flg: -20,5°C am 23.02.1956
Hannover/Flg:-22,3°C am 23.02.1956
Gardelegen: -28.9°C am 24.02.1956
Magdeburg: -25,4°C am 24.02.1956
Berlin-Temp: -18,9°C am 24.02.1956
Düsseldorf/Flg: -15,1°C am 22.02.1956
Essen: -15,3°C am 23.02.1956
Göttingen: -26,1°C am 25.02.1956
Leipzig/Flg: -21,6°C am 27.02.1956
Cottbus: -22,8°C am 27.02.1956
Trier: -17,5°C am 21.02.1956
Würzburg: -18,2°C am 21.02.1956
Saarbrücken/Flg -15,8°C am 21.02.1956
Mannheim: -21,1°C am 21.02.1956
Nürnberg/Flg: -20,7°C am 25.02.1956
Straubing: -22,7°C am 25.02.1956
Konstanz: -15,8°C am 21.02.1956
Kempten: -23,8°C am 21.02.1956
Oberstdorf: -23,3°C am 21.02.1956

Einige Kälterekorde in Deutschland liegen jedoch noch viel länger zurück: In Bamberg zum Beispiel datiert der bisherige Kälterekord von -23,8°C am 23.02.1901 und in Aachen mit -17,5°C vom 21.02.1901. Dresden/Flughafen meldete den Rekord für die 3.Februardekade am 21.02.1929 mit -20,3 Grad und konnte ein paar Tage zuvor (also in der 2.Februardekade) sogar -30,5°C am 11.02.1929 verbuchen. In vielen Fällen der oben genannten Stationen wurden die absolut tiefsten Temperaturen jeweils in der 1. (1.02-10.02.) oder 2. Februardekade (11.02.-20.02.) gemessen.

Dieser Lagebericht wurde am 23.02.2018 um 04:19 Uhr ausgegeben.

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