Warnlagebericht vom 03.03.2015 um 20:59 Uhr

- Nachts weitere Schauer, meist ab 300 Meter, im Nordosten bis in tiefe Lagen mit Schnee
- An den Alpen zum Morgen kräftiger Schneefall bis in die Täler
- Gebietsweise Glätte durch gefrierende Nässe oder Schneematsch
- Mittwoch erneut windiges aprilhaftes Wetter, im Nordwesten einzelne Sturmböen


AKTUELLE WETTERLAGE


Am Mittwoch verstärkt sich das Hochdruckgebiet KARIN auf dem Ostatlantik und dehnt sich nordwärts über Irland aus. Wir liegen an dessen Ostseite Einflussbereich von Tief ZACHARIAS *, das sich am Mittwoch nach Finnland verlagert. Dabei gelangt ein neuer Schwall hochreichend labiler und kalter Meeresluft nach Deutschland und es sind erneut zahlreiche Schauer und lokal auch Gewitter zu erwarten. Eingebettet in die nordwestliche Strömung zieht ein Randtief von der Nordsee nach Dänemark und weiter zur südlichen Ostsee. Dabei verstärken sich die Luftdruckgegensätze im Norden nochmal und besonders in Schauern kann der starke Höhenwind bis zum Boden herabgemischt werden.

*) Im Rahmen der Wetterpatenschaft der Freien Universität zu Berlin erfolgte die Namensvergabe mit dem Anfangsbuchstaben "Z" diesmal an die Unwetterzentrale. Bei Facebook starteten wir dazu einen Aufruf für die Namensvergebung und ZACHARIAS war das Ergebnis dieser Befragung.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

In der Nacht zum Mittwoch ziehen noch einige Regen-, Schneeregen und Schneeschauer durch. Vereinzelt sind auch noch Gewitter möglich. Im Nordosten kann in kräftigten Niederschlägen Schneeregen oder sogar Schnee fallen und Glätte durch Schneematsch auftreten. In den nördlichen Mittelgebirgen fällt oberhalb 400 bis 500 Meter durchweg Schnee und in einigen Staulagen schneit es auch kräftig. Im Laufe der Nacht erreichen die Niederschläge auch den äußersten Süden des Landes. Hier liegt die Schneefallgrenze anfangs noch bei 700 bis 900 Meter. Zum Morgen sinkt sie an den Alpen bis in die Täler und es schneit hier staubedingt länger anhaltend und kräftig und verbreitet muss mit Glätte durch Schnee und Schneematsch gerechnet werden. Im Laufe der Nacht klart es vor allem in der Westhälfte vielerorts auf. Gebietsweise stellt sich leichter Frost ein und streckenweise besteht Glättegefahr. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Südwest bis West. Im Bergland und in Schauern sind erneut einzelne Sturmböen möglich.

Am Mittwoch ist weiterhin mit wechselhaftem Schauerwetter zu rechnen. Vor allem in der Nordwest- und Westhälfte ziehen kräftige Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer durch, örtlich mit Blitz und Donner. An den Alpen schneit es auch längere Zeit, meist bis in die Täler. Seltener sind Schauer von den Alpen abgesehen in Bayern sowie im Osten des Landes. Im Norden weht mäßiger bis frischer in Böen teils starker bis stürmischer Wind um West. In Schauern sind am Nachmittag im Nordwesten einzelne Sturmböen möglich. Nach Süden weitgehend schwacher bis mäßiger Wind aus West. Nachmittags werden abseits von Schauern 4 bis 8 Grad erreicht, oberhalb von 600 Meter 0 bis 4 Grad.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Derzeit sind Warnungen vor Sturm und Starkschneefall sowie Warnhinweise zur Glätte aktiv. Akutwarnungen vor starken Schauern und Gewittern erfolgen zeitnah bei Bedarf.

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AUSBLICK

Am Donnerstag dreht der Wind auf Nordwest und lässt nach, so dass er meist nur schwach bis mäßig weht. An den Nordwesträndern der Mittelgebirge schneit es oberhalb 300 bis 500 Meter anfangs längere Zeit, nachmittags lassen letzte Schauer allmählich nach. An den Alpen muss voraussichtlich bis zum Freitagmorgen mit Nordweststau und anhaltendem Schneefall bis in die Täler gerechnet werden. Hier kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen. Sonst ist es weitgehend trocken und es kommt nur noch vereinzelt zu Regen-, Schneeregen- und Graupelschauern. Dazu scheint bei wechselnder Bewölkung zeitweise die Sonne. Im Nordwesten ziehen am Nachmittag dichte Wolken einer Warmfront auf. Die Höchstwerte liegen bei 0 Grad an den Alpen, sonst bei 4 bis 7, in den Niederungen im Südwesten, Westen und Nordwesten bei bis zu 9 Grad. In der Nacht zum Freitag herrscht verbreitet leichter, im Süden auch mäßiger Frost. Nur im äußersten Nordwesten bleibt es frostfrei.

Am Freitag überquert die Warmfront mit dichten Wolken und gelegentlich leichtem Regen oder Nieselregen die Nordhälfte Deutschlands. Im Süden bleibt es von wenigen Schneeflocken am Alpenrand abgesehen weitgehend trocken und oft zeigt sich die Sonne. Der Wind spielt aus UWZ-Sicht keine Rolle.

Am Samstag stellt sich unter Hochdruckeinfluss ruhiges und weitgehend trockenes Wetter ein. Dabei bleibt in der Osthälfte noch gebietsweise stärker bewölkt. Aber lediglich im Süden und Südosten könnte es noch gelegentlich regnen, an den Alpen 800 Meter schneien. Im Westen setzt sich dagegen häufiger die Sonne durch. Hier sind bereits 10 bis 13 Grad möglich, im Süden und Südosten werden nur 4 bis 9 Grad erreicht.

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SONDERINFORMATION

Rückblick: Vor 25 Jahren gab es große Schäden durch eine Orkanserie
Bochum, 27.02.2015. Der Experte Andreas Wagner von der MeteoGroup-Unwetterzentrale in Bochum erinnert an die Sturm- und Orkanserie vor 25 Jahren. Ende Januar 1990 stellte sich eine überaus stürmische Westwetterlage in weiten Teilen Europas ein. Vor allem Mitteleuropa wurde damals schwer getroffen. Weiter unter folgendem Link.

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Lars Dahlstrom

Dieser Lagebericht wurde am 03.03.2015 um 20:59 Uhr ausgegeben.

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