Warnlagebericht vom 27.02.2017 um 16:53 Uhr

Ab abends aus Westen teils schwere Sturmböen, höhere Lagen auch Orkanböen

AKTUELLE WETTERLAGE


Heute wird die Nordwesthälfte von einer wellenden Kaltfront des Tiefs UDO beeinflusst, während der Osten und Süden noch unter Einfluss von Hoch GERI verbleiben. Wegen zunehmender Luftdruckgegensätze nimmt der Wind zu und kann regional sowie im Bergland unsere Warnkriterien erreichen. Dies auch vor allem mit zunehmender Labilisierung im Bereich und hinter der zum Tief gehörenden Kaltfront zum Abend hin, mit der stärkere Schauer und Gewitter möglich sind. In Ausnahmefällen ist in diesen auch die Bildung eines kurzlebigen Tornados nicht auszuschließen.

Am Dienstag stellt sich an den Alpen Föhn ein, wobei eine Erwärmung der Luft stattfindet. Gleichzeitig liegt über dem Westen und der Mitte Deutschlands die Kaltfront eines Randtiefs vom steuernden Tiefdruckgebiet UDO, welches mit seinem Kern nördlich Schottland liegt. Damit bauen sich große Luftdruck- und Temperaturgegensätze über Deutschland auf, denn aus Westen nähert sich ein Schwall hochreichender und labiler Kaltuft. Im Süden und Südosten liegt noch deutlich wärmer Luft. Starke Höhenwinde (in rund 1500 Metern Höhe) von bis zu 120 km/h liegen dabei über dem Südwesten und der Mitte. Bei dieser Konstellation kann sich im Lee der Alpen (Chiemgau) ein kleines Tief bilden. Mit der Annäherung der Kaltfront verstärken sich die Gegensätze dergestalt, dass sich eine heftige Schauer- und Böenfront im Süden Bayerns bilden könnte. Diese würde dann mit Orkanböen in Richtung Österreich ablaufen und sogleich den warmen, trockenen Föhnwind nach Osten abdrängen. Ansonsten ist labile und kalte Meeresluft aktiv, in der es zu Schauerwetter kommt.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Zum Abend lokal kräftige Schauer/Gewitter mit Unwettergefahr

Am Abend kommt von Benelux her Regen auf, der sich bis zum Abend bis etwa zu einer Linie Saarbnrücken - Köln - Münster - Bremen - Sylt ausbreitet. Nachfolgend sind an der Grenze zu Benelux auch kurze, eventuell heftige Gewitter mit kleinem Hagel oder Graupel und schweren Sturmböen möglich. Bevorzugt in höheren Lagen sowie in starken Schauern/Gewitter sind orkanartige Böen nicht auszuschließen.

In der Nacht breiten sich teils kräftige Regenfälle von Baden-Württemberg und Franken nach Südosten aus, vereinzelt mit kräftigen Gewittern. Ansonsten herrscht Schauerwetter. Teils kommt es dann zu Graupel, vereinzelt auch zu Blitz und Donner, die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 700 bis 500 Meter ab, lokal kann es in stärkerer Niederschlagsintensität noch tiefer herunter schneien. Diese Niederschläge breiten sich bis zum Morgen weiter nach Osten aus. Richtung Ostsee sind die Schauer allerdings seltener. Nur im äußersten Südosten bleibt es noch trocken. Bei mäßigem bis frischem Südwestwind ist verbreitet mit starken bis stürmischen Böen zu rechnen, in höheren Lagen sowie in Schauer- und Gewitternähe schwere Sturmböen. In den Gipfellagen der nördlichen Mittelgebirgen schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. In den Alpen stellt sich leichter Föhn ein, wobei in den Alpengipfeln schwere Sturmböen nicht ausgeschlossen sind.

Am Dienstag ziehen in rascher Abfolge Regengebiete und Schauerstaffeln über uns hinweg. Gebietsweise sind diese kräftig, und gehen örtlich mit Graupel und Gewittern einher. Es kann in Staulagen der westlichen Mittelgebirge zu unwetterartigen Niederschlagsmengen kommen, ab 700 bis 1000 m einiges an Neuschnee. Maximal werden 3 bis 5 Grad in den Hochlagen der Eifel, ansonsten meist 6 bis 9 Grad erreicht, im Osten und am Oberrhein 10 bis 12 Grad. Gebietsweise sind stürmische Böen, in Schauer- und Gewitternähe sowie in Süddeutschland Sturmböen oder sogar schwere Sturmböen möglich. Dies vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern. In den Bergen aus heutiger Sicht orkanartige Böen, im Schwarzwald und in den Alpen Orkanböen. Vor allem von Oberschwaben über das Allgäu bis zum Chiemgau können vorübegehend schwere Sturmböen bis Orkanböen auch im Tiefland nicht ausgeschlossen werden. Diesbezüglich ist die Lage aber noch unsicher, sodass wir noch weitere Berechnungen und Entwicklungen abwarten, bevor wir Vorwarnungen ausgeben.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Es sind Vor- bzw. Akutwarnungen wegen Sturm und Regen aktiv.


AUSBLICK WARNLAGE

Am Mittwoch bleibt es sehr unbeständig mit dichten Wolken und häufigeren Schauern, teils gewittrig, teils mit Graupel. Ab etwa 500 bis 700 Meter fällt auch Schnee und besonders in den Morgen- und Abendstunden kann es bei stärkeren Schauern Schnee- oder Matschglätte geben. Im Stau des Schwarzwaldes fällt weiterhin zum Teil kräftiger Regen, in höheren Lagen viel Neuschnee. Im Tagesverlauf gehen die Temperaturen zurück und erreichen zuvor im Vormittagsverlauf 6 Grad im Norden und 10 bis 12 Grad entlang des Rheins. Weiterhin besteht die Gefahr von Sturmböen im Tiefland, im Bergland schweren Sturmböen oder Orkanböen.

Weiterer Trend für die Woche: Stürmisch, nass und für die Jahreszeit zu mild.

Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 27.02.2017 um 16:53 Uhr ausgegeben.

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