Warnlagebericht vom 27.04.2015 um 16:16 Uhr

In der Südosthälfte gebietsweise kräftige Regenfälle und Gewitter

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Dienstag zieht das Tiefdruckgebiet WALDEMAR rasch südostwärts weiter Richtung Nordwestrussland. Das Frontensystem des Tiefs reicht weit nach Süden und ist in eine langgezogene Tiefdruckzone eingebettet. Diese reicht bis nach Italien und zum Balkan. Zum Nachmittag haben auch letzte Reste des Frontensystems das südöstliche Deutschland verlassen und es setzt sich in der eingeflossenen kühlen Nordmeerluft zögerlich schwacher Zwischenhocheinfluss durch. Dieser weitet sich vorübergehend vom Azorenhoch nach Mitteleuropa aus. Das Tiefdruckgebiet XENOPHON liegt im Seegebiet zwischen Schottland und Island und bildet über der Nordsee ein Randtief aus. Es beeinflusst im Tagesverlauf die nordwestlichen Landesteile mit feuchter und labiler Meeresluft. Hier nehmen die Luftdruckgegensätze auch etwas zu.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Montagabend ziehen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen bis in den Nordosten teils länger anhaltende und kräftige Regenfälle durch. Diese verlagern sich langsam südostwärts und schwächen sich dabei tendenziell ab. Im Vorfeld, also weiter nach Südosten hin, bilden sich von Baden-Württemberg und Bayern bis nach Sachsen teils kräftige Regenschauer und Gewitter. Örtlich können die Gewitter besonders durch Starkregen unwetterartig ausfallen. In Südostbayern dürfte es zunächst nur selten Schauer und Gewitter geben. Hinter der Front im Nordwesten ist es meist trocken und die Wolken lockern gebietsweise auf. Der Wind dreht auf Nord bis Nordwest und weht abseits von Gewittern mäßig, teils auch mal frisch. Bei Gewittern sind Sturmböen nicht ausgeschlossen.

In der Nacht zum Dienstag kommt die Kaltfront weiter Richtung Südosten voran und es schauert und gewittert von der Schwäbischen Alb bis in den Bayerischen Wald. Entlang der Alpen kann es länger anhaltend und auch kräftiger regnen. Es kühlt auf 9 bis 4 Grad ab. Von Mecklenburg bis ins Saarland ist es trocken und teils auch klar. Die Temperaturen gehen deutlich zurück und liegen zwischen 1 und 5 Grad. In den Hochlagen der Mittelgebirge und bei Aufklaren auch in windgeschützten Senken sowie im Nordwesten wird es gebietsweise leicht frostig.

Am Dienstag muss vom Allgäu bis nach Sachsen und ins südliche Brandenburg zunächst noch mit Regen gerechnet werden, der stellenweise ergiebig ist. Die Schneefallgrenze sinkt im Erzgebirge auf rund 600 bis 800 Meter, an den Alpen auf rund 900 Meter. Zum Nachmittag klingen die Niederschläge weitgehend ab. Im Nordwesten und Westen kommen im Tagesverlauf Schauer auf. Dazwischen ist es in einem Streifen von der Ostsee bis nach Baden-Württemberg zeitweise heiter und meist trocken. Im Osten hat es sich im Vergleich zum Montag auch deutlich abgekühlt und die Temperaturen liegen landesweit nur noch bei 8 bis 14 Grad. An den Alpen bleibt es mitunter noch etwas kühler. Der Wind weht mäßig bis frisch aus West bis Nordwest.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Es sind Gewittervorwarnungen und Warnungen für Starkregen aktiv. Gewitterakutwarnungen erfolgen bei Bedarf zeitnah.


AUSBLICK

Am Mittwoch erwartet uns in der Südosthälfte zunächst verbreitet trockenes und freundliches Wetter. Aus Nordwesten breiten sich jedoch bereits am Vormittag vom Emsland bis in die Kieler Bucht dichte Wolken aus und es kann zeitweise und örtlich schauern. Am Nachmittag breiten sich die Wolken weiter Richtung Osten und Süden aus, hier bleibt es aber meist trocken. Von bayern bis nach Sachsen und Brandenburg ist es überwiegend heiter oder sonnig. Die Temperaturen erreichen an den Küsten und auf den Mittelgebirgen 10 bis 13, sonst 14 bis 16 Grad. Entlang des Rheins sind im Südwesten 17 oder 18 Grad möglich. Dazu weht an den Küsten und auf den Mittelgebirgen mäßiger bis frischer Süd bis Südwestwind, sonst meist schwacher bis mäßiger südlicher Wind.

Am Donnerstag breiten sich aus Nordwesten auf das ganze Land teils kräftige Regenschauer, gebietsweise auch schauerartige Regenfälle aus. Örtlich sind Gewitter möglich. Nachmittags gibt es im Westen und Nordwesten vermehrt Auflockerungen, es folgen aber noch weitere Regenschauer. Dazu kommt mäßiger, unter Umständen auch frischer und in Böen starker bis stürmischer Südwestwind auf. Es ist insgesamt kühl mit maximal 10 bis 14, im Osten eventuell bis 17 Grad.

Fabian Ruhnau

Dieser Lagebericht wurde am 27.04.2015 um 16:16 Uhr ausgegeben.

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