Warnlagebericht vom 30.09.2014 um 13:27 Uhr

- Heute nur örtlich Starkregenschauer oder kurze Gewitter möglich

- Nacht zu Mittwoch örtlich dichter Nebel, an den Alpen Schauer

- Mittwoch weiter wechselhaft, Osten und Süden örtlich Starkregenschauer, vereinzelt Gewitter

- Monatsrückblick am Ende des Berichtes


AKTUELLE WETTERLAGE


Am heutigen Dienstag schwächt sich die Hochdruckzone über Westeuropa weiter ab und wird zunehmend von Tiefdruckgebieten in die Zange genommen. Sie besteht noch aus mehreren Hochdruckzentren, wie Hoch MARIO im Bereich der Biskaya und Hoch KIERON im Bereich des Schwarzen Meeres. Relativ verbreitet sind auch bei uns in Deutschland nur äußerst schwache Luftdruckgegensätze vorzufinden. Das kräftige Sturmtief bei Island bringt derweil ein Randtief hervor, das von der Nordsee über Schleswig-Holstein hinweg zieht. Es lenkt mit seinem Frontensystem feuchte, aber weiterhin recht warme Luft heran, in der sich aufgrund allmählich labiler werdender Schichtung Schauer und lokal einzelne Gewitter bilden können. Die Kaltfront des bei Island verweilenden Sturmtiefs kommt nur sehr langsam Richtung mitteleuropäisches Festland voran und könnte den äußersten Nordwesten unseres Landes in stark abgeschächter Form frühestens in der Nacht zum Donnerstag erreichen.

Am Mittwoch verbleibt Deutschland im Bereich geringer Luftdruckgegensätze in der milden und teilweise feuchten sowie leicht labilen Luftmasse. Speziell mit dem Tagesgang der Sonne können sich dann nachmittags wieder Schauer- eventuell in Ausnahmefällen auch Gewitterwolken ausbilden. Die Ausläufer des isländischen Sturmwirbels kommen unter weiterer Abschwächung nur sehr zögernd südostwärts voran


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute Nachmittag sind bei wechselnder bis starker Bewölkung örtlich einige Schauer unterwegs, besonders im Bereich der Mittelgebirge und Alpen sind vereinzelt Gewitter nicht ausgeschlossen. Während es im Nordosten und gebietsweise auch im Süden bei meist dichten Wolken bleibt, lockern die Wolken im Westen und im Südwesten häufig auf und die Sonne kann sich länger durchsetzen. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 20 und 22 Grad, bei längerem Sonnenschein sind bis 23 Grad möglich. Im äußersten Norden, speziell an den Küsten, rechnen wir mit 17 bis 19 Grad. Der Wind weht schwach, im Nordwesten mäßig aus West bis Südwest.

In der Nacht zum Mittwoch kommt es anfangs noch zu einigen Schauern und vereinzelten Gewittern, vor allem im Nordosten und im Süden. Sonst gibt es nur noch selten Schauer. Zum Morgen regnet es in Südbayern dann häufiger und stellenweise auch kräftiger. Besonders im Westen und in der Mitte ist es auch mal für einige Zeit klar oder leicht bewölkt. Sonst überwiegen meist die Wolken. An den Küsten weht mäßiger Wind. An der Nordsee kommt er aus Südwest, an der Ostsee aus Südost. Sonst ist es der Wind schwach, gebietsweise ist es auch windstill.

Am Mittwoch gibt es aus starker Bewölkung an den Alpen und in Südostbayern zunächst Dauerregen. Nachmittags sind längere Regenpausen zu erwarten, jedoch bilden sich dann vom Schwarzwald über Schwaben sowie weiter bis nach Süd- und Südostbayern kräftige Regenschauer und lokal Gewitter. Stellenweise können diese auch mal kräftig ausfallen, besonders mit Starkregen. Im übrigen Land sind nur einzelne und meist eher schwache Regenschauer unterwegs und die Sonne kommt zwischen den Quellwolken längere Zeit zum Zuge. Es bleibt für die Jahreszeit warm und der Wind spielt aus unserer Sicht keine Rolle. Lediglich bei Gewittern sind punktuell Sturmböen nicht ausgeschlossen.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Warnungen für Starkregenschauer/Gewitter erfolgen bei Bedarf zeitnah.

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AUSBLICK

Am Donnerstag erreicht den Nordwesten ein kaum wetteraktiver Tiefausläufer. Hier breiten sich dichte Wolken aus, die mit stellenweise etwas Regen voraussichtlich bis auf eine Linie Nordrhein-Westfalen - Mecklenburg-Vorpommern, eventuell auch bis nach Brandenburg vorankommen. Sonst gibt es eine Mischung aus Quellwolken und sonnigen Abschnitten sowie vereinzelt kurzen Regenschauern. Besonders im Süden kann sich in Fluss- und Seeniederungen zäher Nebel oder Hochnebel behaupten.

Für den Freitag deutet sich ruhiges Hochdruckwetter an. Bei schwachem Wind oder windstille, kann sich gebietsweise längere Zeit Nebel oder Hochnebel halten. Besonders in der der Westhälfte dürfte sich aber zumindest ab dem Vormittag oder Mittag recht verbreitet die Sonne durchsetzen. Dann werden warme 19 bis 23 Grad erreicht, im Nebel und unter Hochnebel bleibt es deutlich kühler.

Auch am Samstag zeichnet sich heiteres und sehr mildes bis warmes Hochdruckwetter ab. Nur in einigen Niederungen Süddeutschlands sind zähe Nebel- und Hochnebelfelder wahrscheinlich.

Am Sonntag könnte ein atlantischer Tiefausläufer auf den Nordwesten oder äußersten Westen übergreifen und zu Schauern führen, während sich in der gesamten Südosthälfte das zumeist sonnige Frühherbstwetter fortsetzen dürfte.


SONDERINFORMATION

Sommerliche Höchstwerte am Montag
Am Montag wurde an zahlreichen Stationen mit 25 Grad oder mehr ein meteorologischer Sommertag erreicht. Im Folgenden eine Liste mit den höchsten Temperaturen.

28.1°C - Ihringen BW
27.6°C - Stuttgart-Wilhelma BW
27.3°C - Germersheim RP
27.2°C - Ohlsbach BW
27.1°C - Rheinau-Memprechtshofen BW
27.1°C - Mühlacker BW
27.1°C - Wertheim BW
27.0°C - Speyer RP


einige Extremwerte im September 2014

höchste gemessene Temperatur (2 Meter Messhöhe)

29,2 Grad - Buxtehude, Niedersachsen
29,2 Grad - Guteborn/Lausitz
29,1 Grad - Brauneberg-Juffer, Rheinland-Pfalz
28,9 Grad - Coswig, Sachsen
28,9 Grad - Lübstorf, Mecklenburg-Vorpommern

tiefste gemessene Temperatur (2 Meter Messhöhe)

-10,7 Grad - Zugspitze, Bayern
-6,5 Grad - Funtensee, Bayern
-4,8 Grad - Marienberg-Kühnheide, Sachsen
-4,3 Grad - Bernau im Schwarzwald
-3,7 Grad - Nebelhorn, Bayern

höchste gemessene Windgeschwindigkeit (Böen)

100 km/h - Helgoland-Oberland, Schleswig-Holstein
95 km/h - Harlesiel-Flugplatz, Niedersachsen
95 km/h - Norderney, Niedersachsen
93 km/h - List/sylt-Ellenbogen, Schleswig-Holstein
93 km/h - Langeoog, Niedersachsen

höchste gemessene Monatssumme Niederschlag

217,1 l/m² - Nebelhorn, Bayern
202,3 l/m² - Fichtelberg, Sachsen
165,2 l/m² - Winklmoos-Alm, Bayern
164,8 l/m² - Brocken, Sachsen-Anhalt
164,2 l/m² - Spitzingsee, Bayern

niedrigste gemessene Monatssumme Niederschlag

5,6 l/m² - Wolfsburg, Niedersachsen
6,2 l/m² - Wittingen-Vorhop, Niedersachsen
6,3 l/m² - Geilenkirchen, Nordrhein-Westfalen
6,4 l/m² - Grosskneten, Niedersachsen
8,4 l/m² - Bremerhafen (MG), Niedersachsen

höchste gemessene 24stündige Regenmenge

68,5 l/m² - Zinnowitz/Usedom, Mecklenburg-Vorpommern
68,3 l/m² - Trassenheide, Mecklenburg-Vorpommern
62,4 l/m² - Lindau-Bad Schachen, Bayern
61,2 l/m² - Nürnberg, Bayern
60,1 l/m² - Nebelhorn, Bayern

höchste gemessene Sonnenscheinstunden, gerundete Werte

222 Stunden - Usedom-Stadt, Mecklenburg-Vorpommern
221 Stunden - Trassenheide, Mecklenburg-Vorpommern
217 Stunden - Zinnowitz/Usedom, Mecklenburg-Vorpommern
215 Stunden - Fehmarn-Staberkuk, Schleswig-Holstein
214 Stunden - Orscholz (Saar), Saarland

Weitere Informationen auch in unserer Rubrik Unwetterereignisse sowie unserem Wetterportal Wetter24.de

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Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 30.09.2014 um 13:27 Uhr ausgegeben.

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