Warnlagebericht vom 31.01.2015 um 21:39 Uhr

Zeit- und gebietsweise Schneeschauer, nachts und morgens verbreitet Glätte, tagsüber ab 500 Meter Dauerfrost und winterlich

AKTUELLE WETTERLAGE


Das umfangreiche Tiefdrucksystem MISCHKA verlagert sich am Sonntag mit seinem Schwerpunkt über Schweden hinweg zur nördlichen Ostsee. Es findet sich hier mit einem Kerndruck von etwa 968 Hektopascal ein. Weiterhin beeinflusst das große Tiefdrucksystem einen Großteil Europas bis weit nach Süden in den Mittelmeerraum. Ihm gegenüber steht ein kräftiges Hoch auf dem Atlantik. Mit westlicher Strömung wird zu uns nach Deutschland kühle und feuchte Meeresluft geführt, die in tiefen Lagen überwiegend für nasskaltes Wetter sorgt, während es in höheren Lagen winterlich ist mit Dauerfrost. Dabei überqueren uns, wie schon in den letzten Tagen, einzelne Schauerstaffeln von West nach Ost und sorgen gebietsweise für Schnee oder Schneeregen. Die Luftdruckgegensätze nehmen im Bereich der Nord- und Ostsee zeitweise etwas zu, sind sonst aber überwiegend schwach ausgeprägt.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute Abend erstreckt sich ein schmales Band mit Schnee und Schneeregen von Niedersachsen über Thüringen bis nach Sachsen. Es verlagert sich langsam nordostwärts und erreicht Sachsen-Anhalt und das südwestliche Brandenburg. Auch sonst sind viele Wolken unterwegs. Örtlich ziehen Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauer durch. Zum Abend schneit es im Südwesten wieder häufiger, im Tiefland fällt teils Schneeregen. Die Höchstwerte liegen am Nachmittag in den Niederungen bei 1 bis 3, im Westen und Südwesten örtlich bei 4 bis 5 Grad. Ab etwa 500 bis 600 Meter herrscht Dauerfrost. Es weht schwacher bis mäßiger, an der Ostsee frischer Wind aus Südwest.

In der Nacht zum Sonntag ist es von der Eifel bis zum Odenwald und Schwarzwald überwiegend stark bewölkt und es kann teils längere Zeit anhaltend schneien. Dabei muss verbreitet mit winterlichen Straßenverhältnissen gerechnet werden. In den übrigen Landesteilen treten bei wechselnder bis starker Bewölkung nur örtlich Schneeschauer auf. Die Tiefstwerte liegen meist -1 und -3 Grad, entlang des Rheins sowie an den Küsten bleibt es mit +1 bis 0 Grad etwas milder. In den Mittelgebirgen und am Alpenrand kühlt sich die Luft ab auf -4 bis -7 Grad. Es weht schwacher bis mäßiger Wind aus vorwiegend südwestlichen Richtungen. An der Nordsee weht mäßiger bis frischer Nordwestwind.

Am Sonntag ziehen bei wechselnder Bewölkung weitere Schneeschauer durch, in den Mittelgebirgen und an den Alpen schneit es auch mal längere Zeit mit einigen Zentimetern Neuschnee. Ebenso sind im Schwarzwald und im Bereich der Schwäbischen Alb länger andauernde Schneefälle möglich. Besonders in den Niederungen im Westen und Nordwesten fällt tagsüber meist Schneeregen oder Regen. Die Temperaturen bewegen sich am Alpenrand sowie in den Mittelgebirgen zwischen - und 0 Grad. Ab etwa 500 Metern herrscht also Dauerfrost. Im Tiefland werden meist 1 bis 3, im Westen bis 4 an der Nordsee um 5 Grad erreicht. Der Wind weht teils mäßig, in den Hochlagen frisch aus westlichen Richtungen, aber nur in Gipfellagen sind auch Sturmböen möglich.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Warnungen vor Schnee sowie Hinweise zur Glätte aktiv.

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AUSBLICK

Am Montag ziehen bei vielen Wolken weitere Schnee-, in den Flussniederungen im Westen und Südwesten sowie im Nordwesten tagsüber auch Schneeregen- oder Regenschauer durch. Vorzugsweise in der Südhälfte können die Niederschläge länger anhalten, wobei eine regionale Eingrenzung noch schwer möglich ist. Primär im dortigen Mittelgebirgsraum sowie an den Alpen könnten einige Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Weitgehend trockenes Wetter deutet sich zunächst von Schleswig-Holstein bis nach Mecklenburg-Vorpommern sowie vom östlichen Niedersachsen über die Altmark bis ins nördliche Brandenburg und nach Berlin an. Nachmittags sind auch hier Schneeschauer möglich. In der Südhälfte liegen die Höchstwerte bei -3 Grad am Alpenrand und -7 Grad in den Mittelgebirgen. Ansonsten pendeln die Temperaturen um den Gefrierpunkt. In der Mitte, dem Osten und dem Norden werden in den Flusstälern 2 bis 4 Grad erreicht, an der Nordsee bis 6 Grad. Die Dauerfrostgrenze verhaart bei rund 500 Metern. Es weht schwacher, tagsüber teils mäßiger und in Böen frischer Wind aus westlichen Richtungen. In der Nacht zum Dienstag wird es nahezu verbreitet frostig mit Glättegefahr, im Süden und Südwesten kann sich bei klarem Himmel über Schneeflächen strenger Frost um oder etwas unter -10 Grad einstellen. Im Nordwesten und Norden kann es gebietsweise bei 1 bis 3 Grad frostfrei bleiben, während im Binnenland von Schleswig-Holstein, Dank der Schneeflächen, -1 bis -4 Grad möglich sind.

Am Dienstag dominieren die Wolken, aber die Schauer werden insgesamt seltener. Vor allem von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis in den Osten fällt gebietsweise etwas Schnee, tagsüber in den Niederungen teils auch Schneeregen oder Sprühregen. Nach Süden hin ist es weitgehend trocken, nur vereinzelt fällt vor allem in den Mittelgebirgen etwas Schneegriesel. Die Sonne scheint zeitweise in Küstennähe und im Nordosten sowie in den Alpen. Es wird insgesamt etwas kälter mit Höchstwerten von 1 bis 5 Grad in der Nordhälfte und 0 bis -6 Grad im Süden. Die Dauerfrostgrenze sinkt in der Mitte auf etwa 400 Meter ab.

Der Mittwoch bringt meist ruhiges Wetter und auch im Norden fällt kaum noch Schnee. Am ehesten ist an den Küsten der ein oder andere Schneeschauer nicht ausgeschlossen. Zeit- und gebietsweise kann sich die Sonne gegen viele dichte Wolkenfelder auch mal durchsetzen. Von Süddeutschland bis nach Sachsen ziehen im Tagesverlauf voraussichtlich dichte und zunächst hohe Wolkenfelder auf. Dabei könnten sich nachmittags und abends leichte bis mäßige Schneefälle auf Südbayern ausweiten. Ob diese überhaupt von Österreich her Deutschland erreichen oder sich eventuell sogar rasch bis nach Franken, Baden-Württemberg und zum Erzgebirge ausbreiten, ist noch nicht absehbar. Insgesamt gehen die Temperaturen in der Nordhälfte noch einen Ticken zurück auf Höchstwerte von 0 bis 3 Grad. Ansonsten herrscht meist Dauerfrost bei -1 bis -6 Grad. Im Süden weht mäßiger, in freien Lagen teils frischer Ost- bis Nordostwind. Nach Norden hin weht verbreitet schwacher Wind, teils ist es fast windstill.

Weiterer Trend: Am Donnerstag und Freitag kühlt es sich noch etwas ab. Vor allem nachts wird es überall kälter und bei längerem Aufklaren kann es in verschneiten Regionen strenge Fröste geben. Tagsüber rechnen wir in der Mitte und dem Süden mit Frostwerten zwischen -2 und -7 Grad. Im Osten, Norden und im Westen werden des Tages 1 bis 3 Grad, an den Küsten um 4 Grad erreicht. Am Donnerstag könnte es in der Mitte und dem Süden schneien, während es im Norden trocken bleibt. Für den Freitag ist noch keine wesentliche Änderung des Wettercharakters erkennbar.

Weitere Wetterinformationen in unserem Wetterportal auf wetter24.de


SONDERINFORMATION

Verbreitet Schnee in den Mittelgebirgen und den Alpen
Nachdem der Winter 2014/2015 nicht nur im Tiefland, sondern auch in den höheren Lagen sehr schneearm begann, hat es in den letzten Tagen in feuchtkühler Meeresluft einiges an Neuschnee für die deutschen Mittelgebirge gegeben. Auch in den deutschen Alpen liegt verbreitet Neuschnee. So liegen in Oberstdorf im Tal 47 Zentimeter Schnee, ab 1000 Meter sind es im Allgäu bis zu 1 Meter, ab 2000 Meter um 2 Meter Gesamtschneehöhe. Am übrigen deutschen Alpenrand gestaltet sich die Schneelage ähnlich. In den deutschen Mittelgebirgen meldet beispielsweise der Brocken im Harz am Samstagmorgen 98 Zentimeter Schnee, der Fichtelberg im Erzgebirge 76, und Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald 61 Zentimeter. Im Hochschwarzwald dürfte mittlerweile knapp 1 Meter Schnee liegen, sonst ab 700 Meter im Schwarzwald etwa 30 bis 70 Zentimeter. Weitere Schneehöhen: Kahler Asten (Hochsauerland) 48 cm, Wasserkuppe (Rhön) 47 cm, Stötten (Schwäbische Alb) 40 cm.

Eine ausführliche Verifikation zur Sturmserie in Deutschland vom 08. bis 11.01.2015 gibt es hier

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Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 31.01.2015 um 21:39 Uhr ausgegeben.

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