Warnlagebericht vom 22.12.2014 um 21:35 Uhr

Im Norden bis Mittwoch gebietsweise ergiebiger Dauerregen mit Hochwassergefahr

In der Nordhälfte sehr windig mit Sturmböen bis in tiefe Lagen und sehr mild

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Dienstag ändert sich nur wenig an der bestehenden Großwetterlage. Deutschland liegt weiterhin zwischen der Hochdruckzone THUE über Südeuropa und einer ausgeprägten Tiefdruckzone über Nordeuropa. Dazwischen gleichen sich über der Nordhälfte unseres Landes mit starkem Südwestwind nennenswerte Luftdruckgegensätze aus. Diese schwächen sich erst zum Abend hin etwas ab. Gleichzeitig wird für die Jahreszeit milde Luft zu uns herangeführt, während über Skandinavien deutliche kältere Luft liegt. Die Grenze der beiden Luftmassen markiert ein wellendes Frontensystem, das von den Britischen Inseln bis nach Osteuropa reicht. In seinem Bereich kommt es über dem Norden Deutschlands zu ergiebigem Dauerregen.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

In der Nacht zum Dienstag fällt in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin verbreitet länger andauernder und oft ergiebiger Regen. Dabei steigt besonders in Schleswig-Holstein die Hochwassergefahr langsam weiter an. Auch sonst ist etwa nördlich von Mosel und Main zeitweise mit leichtem Regen oder Sprühregen zu rechnen. Weiter südlich bleibt es weitgehend trocken und im Süden von Baden-Württemberg und Bayern klart der Himmel gebietsweise auf. Örtlich kann sich aber Nebel oder Hochnebel bilden. Im äußersten Süden ist stellenweise leichter Frost möglich, sonst bleibt es sehr mild. Der Südwestwind weht im Norden weiterhin frisch bis stark mit einzelnen Sturmböen, an der Nordsee und im Bergland mit schweren Sturmböen. In Süddeutschland weht er nur mäßig und Sturmböen beschränken sich auf das Bergland.

Am Dienstag fällt im Norden weiterhin länger anhaltender, zeit- und gebietsweise auch ergiebiger Regen mit Schwerpunkt zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem in Schleswig-Holstein besteht zunehmende Hochwassergefahr. Im Westen und in der Mitte fällt aus dichten Wolken hin und wieder etwas Regen oder Sprühregen. Die Schneefallgrenze liegt verbreitet über den höchsten Lagen der Mittelgebirge. Im Süden scheint bei wechselnder bis geringer Bewölkung vor allem südlich der Donau sowie rund um den Schwarzwald und die Schwäbische Alb häufig die Sonne und es bleibt trocken. Die Temperaturen liegen im Norden Schleswig-Holsteins sowie in Mittelgebirgsnähe und im Süden bei 7 bis 10 Grad, sonst sowie im Süden Bayerns wird es sehr mild bei 10 bis 13 Grad. Es weht in der Nordhälfte weiterhin frischer bis starker, an den Küsten und im Bergland stürmischer Südwestwind. Dabei ist auch im Tiefland mit Sturmböen zu rechnen, an der Küste und in höheren Mittelgebirgslagen auch mit schweren Sturmböen. Im Oberharz ist weiterhin mit Orkanböen zu rechnen. Im Süden weht schwacher bis mäßiger Wind mit frischen Böen und Sturmböen beschränken sich hier auch die höchsten Lagen. Auch in den Alpen sind in den Gipfellagen schwere Sturmböen aus westlichen Richtungen möglich.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Warnungen vor Sturm und ergiebigem Dauerregen aktiv.

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AUSBLICK

Am Mittwoch (Heiligabend) breitet sich der Dauerregen aus dem äußersten Norden allmählich südwärts aus. So regnet es zunächst besonders von Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern und teils auch noch in Schleswig-Holstein. Dabei kann es verbreitet zu Behinderungen durch Hochwasser bzw. Überschwemmungen kommen. Zum Mittag erreicht der Regen Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, bis zum Abend eine Linie vom Saarland über das nördliche Baden-Württemberg bis nach Franken und zur Oberlausitz. Im nördlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in Mecklenburg-Vorpommern klingt der Regen nachmittags ab. Die Schneefallgrenze liegt zunächst über 1500 Meter, sinkt zum Ende des Regens aber gegen 500 Meter, so dass sich in den nördlichen Mittelgebirgen gegen Abend auch Flocken unter den Regen mischen. Es weht mäßiger bis frischer Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen, auf den Bergen und an der Nordsee mit Sturmböen. Im Tagesverlauf dreht der Wind in Nordeutschland mehr auf West. Im Süden weht der Wind abseits der Hochlagen meist nur schwach bis mäßig. Die Höchstwerte liegen bei rund 7 bis 10 Grad.

Am Donnerstag (1. Weihnachtstag) kommt es vom Südschwarzwald über den Bodensee bis zum Alpenrand längere Zeit zu Regenfällen. Die Schneefallgrenze sinkt hier gegen 800 Meter, teils auch etwas tiefer. Weiter nördlich stellt sich wechselhaftes Wetter mit Regen-, Schneeregen- und Graupelschauern sowie sonnigen Abschnitten ein. Örtlich sind im Norden kurze Gewitter möglich. Ab etwa 500 Meter fällt in den Schauern durchweg Schnee und es kann glatt werden. Die Höchstwerte liegen am frühen Nachmittag bei maximal 4 bis 7 Grad und es weht mäßiger Wind aus Nordwest bis West. In der Nacht zum Freitag stellt sich fast verbreitet leichter Frost ein und es kann glatt werden durch gefrierende Restnässe. In Bayern und Baden-Württemberg zieht von Norden her ein Schneefallgebiet Richtung Alpen. Nur in den tiefsten Lagen ist anfangs Schneeregen oder Regen dabei, meist schneit es bis ins Tiefland und verbreitet wird es glatt. Sonst ist es weitgehend trocken und es sind nur vereinzelt kurze Schneeschauer möglich.

Am Freitag (2. Weihnachtstag) lässt anfänglicher Schneefall an den Alpen langsam nach. Unter dem Einfluss eines Zwischenhochs stellt sich weitgehend ruhiges Wetter ein und Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauer sind im Norden und Nordwesten nur vereinzelt anzutreffen. Häufig setzt sich im Tagesverlauf die Sonne durch. Bei schwachem bis mäßigem West- bis Südwestwind werden Höchstwerte von 1 bis 4, im Nordwesten 4 bis 6 Grad erreicht. Ab etwa 500 Meter herrscht Dauerfrost.

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Andreas Wagner

Dieser Lagebericht wurde am 22.12.2014 um 21:35 Uhr ausgegeben.

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