Warnlagebericht vom 23.07.2014 um 17:59 Uhr

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Abends örtlich Schauer, vereinzelt kurze Gewitter

Am Donnerstag wechselhafter, aber sommerlich warm mit örtlich kräftigen Schauern und Gewittern

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Mittwoch bestimmt das umfangreiche Hochdruckgebiet BERTRAM das Wetter im Großteil unseres Landes. Das Hochdruckzentrum befindet sich über dem Nordmeer wenig westlich von Norwegen. Fast im gesamten Einflussbereich des Hochs ist sommerlich warme Luft wetterbestimmend. Bei insgesamt wenig ausgeprägten Luftdruckgegensätzen herrscht bei uns eine nordöstliche Strömung, mit der nicht mehr ganz so schwüle Luft herangeführt wird. Dennoch ist die Luftmasse nicht sonderlich trocken, so dass mit der Nähe zu einer Tiefdruckzone über dem Balkan vor allem in der Südosthälfte unseres Landes durch Restfeuchte noch begünstigt einzelne Schauer oder Gewitter entstehen können.

Am Donnerstag liegt das Hochdruckgebiet BERTRAM nahezu unverändert etwas westlich von Norwegen. Die Hochdruckzone reicht über weite Teile Mittel- und Westeuropas hinweg bis in den zentralen Mittelmeerraum. Dabei ist sommerlich warme Luft wetterbestimmend. Die Tiefdruckzone mit Tief PAULA sorgt weiterhin für gebietsweise Schauer und Gewitter in Teilen von Ost- und Südosteuropa. Da unser Wetter aber nicht nur vom Bodendruck abhängig ist, sondern viel mehr von Entwicklungen in höheren Luftschichten, gestaltet es sich nicht störungsfrei. So weitet sich besonders in der Höhe die ausgedehnte Tiefdruckzone von Osteuropa her ihren Einfluss bis nach Mitteleuropa aus. Sie kennzeichnet sich auch durch etwas kältere Luft in etwa 5,7 Kilometern Höhe. Hier zieht ein sogenannter Kaltlufttropfen mit rund -17 Grad im Tagesverlauf etwa von Brandenburg bis nach Norhein-Westfalen. Er labilisiert die Schichtung und sorgt für mehr Wolken, Schauer und einzelne Gewitter.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Am Mittwochabend können in der Mitte und im Süden einzelne, lokal durchaus kräftige Regenschauer und vereinzelt kurze Gewitter durchziehen. Der Wind weht schwach, örtlich auch mäßig aus Nordost.

In der Nacht zum Donnerstag ziehen von Polen und Tschechien her einige Wolkenfelder in den Osten. Von Sachsen über Brandenburg und Berlin bis nach Mecklenburg-Vorpommern sind einzelne Schauer und Gewitter möglich. Sonst ist es überwiegend leicht bewölkt oder klar und trocken. Es kühlt sich im Süden auf 14 bis 11, sonst auf 17 bis 14 Grad ab. An den Küsten und in den größeren Städten im Westen und Südwesten bleibt es mit rund 18 Grad milder.

Am Donnerstag kommen in den östlichen Landesteilen dichte Wolkenfelder auf und es breiten sich Regenschauer, teils auch schauerartige Regenfälle und einzelne Gewitter westwärts bis nach Thüringen und ins östliche Niedersachsen aus. Auch sonst können im Tagesverlauf lokale Schauer oder Gewitter entstehen, besonders im Nordwesten und Westen sowie im südlichen Mittelgebirgsraum. Häufig scheint aber neben einigen Quellwolken längere Zeit die Sonne. Verbreitet trocken ist es an Nord- und Ostsee sowie im nördlichen Schleswig-Holstein. Zum Abend breitet sich schauerartiger Regen von Polen her über die Lausitz und Brandenburg aus. Es weht schwacher bis mäßiger, in Schauern und Gewittern örtlich frischer und in Böen starker bis stürmischer Nordostwind. Die Höchstwerte liegen bei 23 bis 27, am Rhein bei bis zu 29 Grad.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Vorwarnungen für Starkregenschauer/Gewitter und Hinweise zur Wärmebelastung aktiv. Akutwarnungen vor Starkregenschauern oder Gewittern erfolgen bei Bedarf zeitnah. Im Login-Bereich sind Hinweise zur Waldbrandgefahr abrufbar.

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AUSBLICK

Am Freitag ziehen mit starker Bewölkung von Brandenburg über Sachsen-Anhalt bis nach Niedersachsen und ins nördliche Nordrhein-Westfalen schauerartige Regenfälle hinweg, örtlich mit Gewittern und Starkregen. Hier werden nur maximal 18 bis 22 Grad erreicht. Sonst bilden sich primär im Westen und Südwesten Schauer und Gewitter, während es zum einen von Westsachsen und Thüringen bis nach Bayern, zum anderen in Küstennähe und im nördlichen Schleswig-Holstein weitgehend trocken bleiben dürfte. Hier werden auch sommerliche 24 bis 27 Grad erreicht. Im Norden weht mäßiger, in Böen frischer bis starker Nordostwind, sonst schwacher Wind aus Nord bis West.

Am Samstag ist in weiten Teilen des Landes eher wechselhaftes Wetter zu erwarten. So bilden sich vor allem ab den Mittagsstunden einige kräftige Regenschauer und Gewitter, die lokal auch unwetterartig ausfallen können mit Starkregen und Hagel. Von Vorpommern über Brandenburg und Berlin bis Sachsen sowie in Bayern gibt es seltener Schauer. Nur über den Bayerischen Mittelgebirgen und den Alpen bilden sich nachmittags auch mal häufiger Regenschauer und Wärmegewitter. Im Osten werden 27 bis 31, sonst teilweise leicht schwüle 25 bis 28 Grad erreicht. Von möglichen Sturmböen in Gewitternähe abgesehen weht verbreitet schwacher Wind.

Am Sonntag ist es schwülwarm bei einem Wechsel aus sonnigen Abschnitten und einigen Schauern und Gewittern besonders am Nachmittag und Abend. Örtlich besteht Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Die Höchstwerte liegen bei maximal 25 Grad im Nordwesten, sonst bei 25 bis 28 Grad.


SONDERINFORMATION

Heftiger Starkregen vor allem im Süden
Besonders im Süden unseres Landes kam es seit dem Montagnachmittag zu teils heftigen Regenfällen. Im Folgenden eine Auswahl der höchsten Niederschlagsmengen.

Niederschlagssummen von Montag, 08 Uhr bis Mittwoch, 3 Uhr
138 l/m² - Lindau-Bad Schachen (BY)
115 l/m² - Feldberg/Schwarzwald (BW)
113 l/m² - Schauinsland (BW)
94 l/m² - Kressbronn (BW)
91 l/m² - Isny(BW), Buchenbach (BW)
78 l/m² - Freiburg-Ebnet (BW)
61 l/m² - München-Flughafen (BY)

Sehr nasser Juli in Teilen der Südwesthälfte
In vielen Regionen war es im Juli bisher sehr nass. Besonders auffallend sind die bisherigen Niederschlagsmengen im Bereich der Kölner Bucht. Die sonst, bedingt durch das Lee der Eifel eher trockene Region, bekam in den letzten 3 Wochen ungewöhnlich viel Niederschlag. Grund sind zum einen kräftige Gewitter, zum anderen die bei den Regenfällen häufige Anströmung aus nordöstlichen bis nördlichen Richtungen. Im Folgenden eine kleine Auswahl der Niederschlagsmengen vom 1. Juli, 8 Uhr bis 22. Juli, 8 Uhr.

427 l/m² - Mummelsee/Schwarzwald
229 l/m² - Oberstaufen/Allgäu
204 l/m² - Freiburg-Ebnet
200 l/m² - Köln-City
192 l/m² - Bad Hersfeld
185 l/m² - Bonn-Roleber

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Thomas Sävert

Dieser Lagebericht wurde am 23.07.2014 um 17:59 Uhr ausgegeben.

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