Warnlagebericht vom 20.10.2014 um 10:38 Uhr

Am Dienstag Gefahr einer Sturmlage, mit Kaltfrontdurchgang schwere Sturmböen bis in tiefe Lagen möglich!

AKTUELLE WETTERLAGE


Am Montag liegt die Kaltfront des Tiefdrucksystems NOA über Süddeutschland. Hinter ihr weht etwas weniger warme Luft heran. Eine im Nordwesten in der westlichen Höhenströmung eingelagerte Schauerstaffel sorgt für Schauerwetter. Auf dem Atlantik ist das neue Frontensystem des ehemaligen Hurrikans GONZALES auszumachen. Es läuft in das Frontensystem des Islandtiefs hinein und kommt rasch weiter nach Osten voran.

Am Dienstag zieht der Ex-Hurrikan GONZALO als Sturmtief mit seinem Zentrum rasch über die Britischen Inseln hinweg zur nördlichen Nordsee. Die zugehörige Kaltfront erfasst dabei von den Niederlanden her zunächst den Nordwesten unseres Landes und zieht schnell weiter südostwärts. Zum späten Abend erreicht sie auch den äußersten Südosten Deutschlands. Dabei nehmen die Luftdruckgegensätze verbreitet deutlich zu und besonders mit Durchzug der Kaltfront kann es zu schweren Sturmböen (Windstärke 10), unter Umständen auch orkanartigen Böen (Windstärke 11) kommen. Hinter der Kaltfront strömt deutlich kältere Polarluft ein, so dass die Schneefallgrenze auf 1000 bis 800 Meter sinkt.


VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND

Heute regnet es vor allem von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie über das nördliche Baden-Württemberg bis nach Bayern anfangs nur stellenweise, nachmittags dann häufiger. Im äußersten Süden bleibt es im Vorfeld noch trocken und in Alpennähe teils auch sonnig. Hier sind noch einmal 20 bis 23 Grad möglich. Im Laufe des Abends kommt der schauerartige und teils kräftige Regen auch hier an. Rückseitig der Front fließt kühlere Luft ein und es kommt bei wechselnder bis starker Bewölkung gebietsweise zu Regenschauern. Die Höchstwerte liegen hier bei 15 bis 17, im Osten mit Sonne bei bis zu 19 Grad. Es weht mäßiger, in Böen teils frischer Wind um West. Auf exponierten Gipfeln oberhalb von 1000 Metern sind Sturmböen möglich, ansonsten sind generell bevorzugt in Schauernähe starke bis stürmische Böen nicht ausgeschlossen.

In der Nacht zum Dienstag ist im Süden Baden-Württembergs und Bayerns mit teils kräftigem Dauerregen zu rechnen. Stellenweise könnten auch unsere Warngrenzen für Starkregen erreicht werden. Ansonsten kommt es vor allem in der Nordhälfte zu weiteren Schauern, die an der Nordsee auch kräftig und vereinzelt auch gewittrig ausfallen können. In einem Streifen vom südlichen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen sind dagegen kaum Schauer zu erwarten und es lockert auch längere Zeit auf. Der Wind weht schwach bis mäßig, an der Nordsee frisch aus Südwest bis West.

Am Dienstag regnet es im Süden Bayerns und Baden-Württembergs zeitweise schauerartig verstärkt, anfangs auch örtlich kräftig. Sonst erreichen den Nordwesten rasch neue, teils kräftige Regenfälle. Örtlich sind im Westen, Südwesten und Süden Gewitter möglich. Bis zum Abend erreichen Regen, Schauer und Gewitter auch den äußersten Südosten unseres Landes. Der Wind nimmt deutlich zu und weht frisch bis stark, nach Süden und Osten zunächst nur mäßig, bevor er nachmittags und abends auch im Süden deutlich zunimmt. Mit Durchzug der oben erwähnten Kaltfront drohen vor allem in der gesamten Südwesthälfte Sturmböen bis schwere Sturmböen (Windstärke 9-10), unter Umständen sind besonders im Südwesten und Süden orkanartige Böen bis in die Niederungen möglich! Die Schneefallgrenze sinkt damit auf 1000 bis 800 Meter. Etwas schwächer bleibt der Wind im Nordosten. Gegen Abend ziehen im Nordwesten neue Schauer, örtlich auch kurze Gewitter mit Graupel auf. Dabei nimmt der Wind nach kurzer Beruhigung erneut zu mit stürmischen Böen, örtlich auch Sturmböen. An der Nordsee sind in Schauernähe schwere Sturmböen oder orkanartige Böen möglich. Die Höchstwerte liegen im Süden bei 16 bis 20, im Osten bei 14 bis 17 und sonst bei 11 bis 13 Grad. Mit Durchzug der Kaltfront wird es aber deutlich kälter.


ÜBERSICHT WARNLAGE

Deutschland: Es sind Warnungen vor Sturm und Starkregen aktiv. Je nach Entwicklung der Lage folgen bei Bedarf rechtzeitig weitere Warnungen. Akutwarnungen vor Starkregenschauern/Gewittern erfolgen zeitnah bei Bedarf.

Europa: Besteht auch in anderen Ländern Europas Unwettergefahr? Besuchen Sie unsere Unwetterzentralen für Unwetterzentrale Europa.


AUSBLICK

In der Nacht zum Mittwoch folgen weitere Schauer, schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter. Die Schneefallgrenze sinkt in den Mittelgebirgen von Norden her gegen 800 Meter. An den Alpen ziehen in der ersten Nachthälfte kräftige Niederschläge durch. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von anfangs noch über 1000 Meter bis zum Mittwochmorgen auf 800 bis 900 Meter. So kann es hier vorübergehend bis auf 800 Meter Schneeregen geben und in höheren Gebirgslagen zu einigen Zentimetern Neuschnee kommen. Dabei muss vor allem in der Südwesthälfte mit einzelnen Sturmböen bis in tiefe Lagen gerechnet werden. An der Nordsee und in den Bergen kommt es zu schweren Sturmböen.

Am Mittwoch ist es bei frischem Nordwestwind verbreitet unbeständig, kühl und sehr windig bis stürmisch. Bei wechselnder, oft starker Bewölkung kommt es wiederholt zu weiteren Regenfällen und lokalen Gewittern. An den Alpen schneit es oberhalb von etwa 1000 bis 1200 Metern länger anhaltend. Im Bergland sind Sturmböen zu erwarten und auch in tiefen Lagen kann es insbesondere in Zusammenhang mit kräftigen Schauern weiter zu warnrelevanten Böen kommen. Bei Tageshöchstwerten zwischen 4 Grad am Alpenrand, 11 Grad abseits von Schauern und bis zu 13 Grad an der Nordsee ist es spürbar kälter als zuletzt.

Trend: In den Folgetagen setzt sich wieder deutlich mildere Luft durch und vor allem im Süden Deutschland sorgt Hochdruckeinfluss zeitweise für ruhiges Herbstwetter. Die Nordhälfte dürfte von weiteren Tiefausläufern und ihren zugehörigen Regengebieten überquert werden. Die Wetterentwicklung wird von den Modellen jedoch noch recht unterschiedlich berechnet.


SONDERINFORMATION

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Fabian Ruhnau

Dieser Lagebericht wurde am 20.10.2014 um 10:38 Uhr ausgegeben.

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