Im Norden und im Südwesten gebietsweise Schneefälle, streckenweise Glätte
AKTUELLE WETTERLAGE
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Fronten- und Isobarenkarte für Dienstag, den 09.02.2010 - 13 Uhr MEZ
Derzeit liegt Deutschland in einer schwachen, aber kalten östlichen Strömung unter leichtem Hochdruckeinfluss. Ab Wochenmitte wirken sich in einigen Landesteilen Reste von Tiefausläufern der Tiefs über Spanien, Schweden und Südosteuopa aus, dabei wird zunächst in den äußersten Südwesten sowie in den Osten und Norden feuchtere Luft gelenkt, später dann auch nach ganz Deutschland. Die Tiefausläufer sind aber nur schwach wetterwirksam und bringen daher zeit- und gebietweise geringen bis leichten Schneefall. In der einströmenden kalten Festlandsluft kann sich in den Gebieten mit klarem Nachthimmel strenger Frost einstellen. Tendenziell ist die kältere Luft aber nach wie vor im Osten und Nordosten aktiv, während im äußersten Westen und Südwesten die Luft weniger kalt ist.
VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND
Am Dienstagnachmittag und am Abend schneit es im Norden gebietsweise in leichter bis mäßiger Intensität, abends setzt dann auch in Teilen Baden-Württembergs länger anhaltender Schneefall ein. In den übrigen Gebieten bleibt es bei wechselnder, vielfach aber starker Bewölkung und nur geringer Niederschlagsneigung. Es weht schwacher bis mäßiger, im Bergland sowie an Nord- und Ostsee in Böen auch frischer Wind aus Nordost. Bedeutende Windböen erwarten aber wir nicht.
In der Nacht zum Mittwoch schneit es in einem breiten Streifen von Schleswig-Holstein über Niedersachsen bis nach Unterfranken und zum Bodensee länger anhaltend. Bevorzugt im Norden könnten unsere Warnkriterien für Schneefall erreicht werden. Etwa westlich einer Linie Kaiserslautern - Emden fallen nur vereinzelte Flocken und auch östlich einer Linie Hof - Erfurt - Berlin - Greifswald halten sich die Schneefälle in Grenzen. Verbreitet stellt sich mäßiger, besonders in der Mitte des Landes örtlich auch strenger Frost ein. Der nördliche bis nordöstliche Wind weht weiterhin schwach, an den Küsten auch mäßig.
Am Mittwoch weiten sich die Schneefälle über Norddeutschland nach Südwesten aus und erreichen bis zum Nachmittag auch Nordrhein-Westfalen. Das Schneefallgebiet im Südwesten breitet sich dagegen nach Südwesten hin über Sachsen und Brandenburg aus. Am wenigsten Schnee erwarten wir in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Hessen und auch in Baden-Württemberg zieht der Schneefall am Nachmittag nach Nordosten ab. An der Nord- und Ostsee weht der Wind in Böen stark bis stürmisch aus Nordost, sonst weht nur mäßiger Wind aus Nordost, im Süden weht der Wind weitgehend schwach aus Nordwest bis Nord. Ist es verbreitet mit winterlichen Verhältnissen durch Eis und Schnee zu rechnen.
ÜBERSICHT WARNLAGE
Starkschneefall: Die Vor- und Akutwarnungen sind bis Mittwochabend gültig.
Glatteisregen: Die Akutwarnungen sind am Vormittag gültig.
Extremtemperaturen: Die Akutwarnungen vor strengem Frost sind bis zum Dienstagvormittag gültig.
Glätte: Bitte beachten Sie die Hinweise zur Glättesituation in den einzelnen Bundesländern. Mehr zu den verschiedenen Glättearten lesen Sie ganz unten in diesem Lagebericht unter "Sonderinformation".
AUSBLICK
Auch am Donnerstag setzt sich das kalte Winterwetter mit nahezu landesweitem Dauerfrost fort. Zeit- und gebietsweise sind leichte, örtlich auch mäßige Schneefällen oder einzelne Schneeschauer zu erwarten. Es weht schwacher bis mäßiger, an den Küsten möglicherweise auch frischer Nord- bis Nordostwind.
Für den Freitag deutet sich für weite Landesteile winterliches Wetter mit Dauerfrost und leichtem bis mäßigem Schneefall an. Voraussichtlich nordwestlich einer Linie Rheinland - Lüneburger Heide - Vorpommern fällt nur wenig Neuschnee. Weiterhin weht schwacher bis mäßiger Wind aus nordöstlichen Richtungen, im Bergland mit starken Böen.
Ein erster, noch unsicherer Trend für das Karnevalswochenende: Winterlich kalt, örtlich etwas Schnee und überwiegend nur schwache bis mäßige Winde.
SONDERINFORMATION
Welche Glättearten gibt es?
In den vergangenen Tagen und Wochen gab es immer wieder erhebliche Behinderungen auf den Verkehrswegen durch Glätte. Dies kann aber je nach Ursache sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Man unterscheidet dabei folgende vier Glättearten:
Schneeglätte: Glätte durch Schnee tritt für jeden sichtbar auf. Als Verkehrsteilnehmer kann man sich am ehesten darauf einstellen.
Gefrierende Nässe: Diese Glätteart tritt auf, wenn sich Regen- oder Schmelzwasser auf den Straßen und Wegen befindet und bei Aufklaren und Bodenfrost zu einer Eisschicht gefriert. Gefrierende Nässe ist für den Autofahrer schwer erkennbar und kann auch schon vorkommen, wenn die Temperaturen in 2 Metern Höhe noch über dem Gefrierpunkt liegen, am Boden aber bereits Frost auftritt.
Reif: Glätte durch Reif ist besonders tückisch, da sie meist örtlich sehr begrenzt auftritt. Vor allem Brücken und Straßen in Gewässernähe sind betroffen, bei hoher Luftfeuchtigkeit können so aber auch ganze Straßenzüge oder Landschaften vereisen.
Glatteisregen: gehört zu den gefährlichsten Glättearten. Glatteis entsteht, wenn Regen oder Sprühregen auf den gefrorenen Boden fällt und hier eine sehr glatte Eisschicht bildet. Ist die unterste Luftschicht wieder kälter als die Luft darüber, kann der Regen schon während des Falls gefrieren und hier in Form von Eiskörnern herabfallen.
In den Medien wird selten zwischen den einzelnen Glättearten unterschieden. Oft wird pauschal von "Glatteis" gesprochen oder sogar von "Blitzeis" - einem Begriff, der in der Meteorologie überhaupt nicht existiert. Wegen der unterschiedlichen Auswirkungen der einzelnen Glättearten legen wir in der Unwetterzentrale großen Wert auf eine möglichst präzise Vorhersage der betreffenden Arten.
Andreas Wagner
Dieser Lagebericht wurde am 09.02.2010 um 11:26 Uhr ausgegeben.